Hoppipolla
Einmal so richtig dreckig sein. Mit voller Absicht und Lust in den Schlamm steigen. Ich hatte meinen Spaß, auch wenn ich beim großen Schlammrennen selbst nur zugeschaut habe. Menschen sind auf dem Bauch durch nasse Gräben gerobbt und in Becken gerutscht, dass es nur so spritzte.
Wie viel Freude steckt in einer Pfütze?
Worauf freust du dich mehr? Aufs Rennen oder auf den Schlamm? fragte der Moderator vor dem Start der Kinderteams. Die Antwort ließ nicht auf sich warten: Auf den Schlamm natürlich.
So sah ich dann auch das eine oder andere Kind eher um die Hindernisse herumtrödeln, aber so richtig schön dreckig waren sie am Ziel alle. Das war ein Urspaß für Kinder, rein ins Wasser und den Schlamm, spielen und spritzen. Auf Isländisch gibt es sogar ein eigenes Wort für „in Pfützen hüpfen“. Es heißt: Hoppipolla.
Im Schlamm sind alle gleich
Mich hat es an Urlaube an der Nordsee erinnert, an ein Foto unserer Kinder mit einem kleinen Freund vor dem Strandkorb. Die drei strahlen, das ist zu erkennen, und sind von oben bis unten verschmiert mit braunem Schlamm. Es ist kaum zu sagen, wer ist ein Junge, wer das Mädchen, ganz zu schweigen von der Haut- oder Haarfarbe.
Ist die Freude an Pfützen und Schlamm vielleicht gottgewollt?
Wir sind aus Schlamm gemacht, heißt es in der Bibel, Gott hat uns aus Ton geformt (1. Mose 2,7). Die Erde ist unser Ursprung, und Erde werden wir, wenn unser Leben ans Ende kommt. Wir Menschen alle, ganz gleich, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht wir haben. Und dass wir Spaß haben, an Dreck und Pfützen, an Hoppipolla – ich glaube, das ist Gottes volle Absicht.