Geschäftssinn statt Großzügigkeit
Als Pfarrer finde ich es wunderbar, dass ich Hochzeitspaare am Tag Ihrer Trauung im Gottesdienst begleiten darf.
Hochzeitsplanung: Welche Details beschäftigen Brautpaare?
Die Paare geben sich viel Mühe mit der Gestaltung der Feier. Ich bin bei einem Hochzeitspaar zum Gespräch. Viele Dinge werden da angesprochen: Welche Kleidung wird für diesen Tag gewählt, wie werden Kirche und der Festraum dekoriert, welche Lieder werden bei der Trauung gesungen, und welcher Bibelvers soll im Mittelpunkt meiner Traupredigt stehen.
Blumenschmuck für den Altar
Wir unterhalten uns dann aber auch über den Brautstrauß und seine Verwendung im Gottesdienst. Ich deute an, dass sich die Kirchengemeinde auch über frische Blumen auf dem Altar freut. Begeistert stimmt die Braut zu: „Ja, das hat die Floristin auch gesagt. Wir bringen dann zwei schöne Sträuße mit in die Kirche. Die nehmen wir nach dem Gottesdienst wieder mit und können sie prima aufs Geschenke Buffett stellen!“.
O ha, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Die Idee des Altars ist ja, dass andere eine Freude an dem haben können, was Menschen mitbringen. Die Sträuße wieder mitzunehmen, wirkt irgendwie so, als würde man nach der Geburtstagsfeier das Geschenk wieder mit nach Hause zu nehmen.
Vorsichtig versuche ich das zu erklären – aber ich dringe nicht durch. Wir werden uns also für den Gottesdienst am Sonntagmorgen mit anderen Blumen behelfen.
Warum Großzügigkeit im Gottesdienst eine wichtige Rolle spielt
Schade, mit weniger Geschäftssinn und mehr Großzügigkeit hätten alle gewonnen. Frei nach dem biblischen Motto: Einen freudigen Geber hat Gott lieb (2 Korinther 9,7). Daran denke ich und halte auf dem Rückweg nach Hause im Blumenladen an. Ich kaufe einen Blumenstrauß für meine Frau – und zwei für die Kirche.