Frieden beginnt am Tisch
Es gibt Bilder, die machen Hoffnung. Während draußen Krieg tobt, sitzen Menschen an einem großen Tisch und arbeiten für den Frieden. Am 21. August 1944 trafen sich Vertreter verschiedener Staaten in einem alten Herrenhaus bei Washington. Der Zweite Weltkrieg wütete noch. Und trotzdem begannen die Menschen dort schon, über den Frieden nachzudenken. Aus diesen Gesprächen entstanden später die Vereinten Nationen.
Frieden beginnt schon in Krisenzeiten
Mich beeindruckt dieser Gedanke. Mitten im Bombenhagel planten Menschen den Frieden. Sie warteten nicht, bis alles gut ist. Sie begannen vorher - dachten vorausschauend. Sie planten eine bessere Welt, während draußen noch Häuser zertrümmert wurden und Menschen starben. Menschen am Tisch, die in der Krise an eine gute Veränderung glauben. Sie hielten das für möglich, was sich noch unmöglich anfühlte. Menschen, die über den Tag hinausdenken. Was sie wohl motivierte? Ich glaube: Hoffnung und oft auch persönlicher Glaube. Und das Wissen, dass Menschen, die Bomben in Bewegung setzen, auch den Frieden starten können. Frieden beginnt dort, wo einer den ersten Schritt wagt.
Werdet Friedensstifter
In der Bibel ist von Jesus ein Wort überliefert: „Selig sind, die Frieden stiften.“ Es heißt nicht: die auf Frieden warten. Sondern die, die ihn beginnen. Die, die sich an einen Tisch setzen und das Gespräch suchen. Die, die nicht an den Automatismus von Schlag und Gegenschlag glauben. Die, die gemeinsam an Vergebung, Wiederaufbau und Nächstenliebe glauben.
Ich hoffe sehr, dass sich auch in diesen Tagen angesichts der Kriege und Krisen überall auf der Welt Menschen an Tische setzen und Hoffnung schenken.
Versöhnend an den Küchentisch einladen
Dieser Jahrestag auf dem Weg zu den Vereinten Nationen kann persönlich motivieren: etwa die Einladung zu einem versöhnenden Gespräch am Küchentisch auszusprechen. So mancher Friede hat einmal an einem Tisch begonnen, nicht nur der am 21. August 1944.