hr4 ÜBRIGENS
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Jaeger, Frank-Nico

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer, Bad Hersfeld

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Der Maulwurf

Kleine Erdhügel auf dem Rasen bedeuten für geübte Gärtnerinnen, hier ist ein unbeliebtes Tier am Werk: Der Maulwurf. 

Die gute Seite des Maulwurfs: Luft und Lockerung der Böden

Dabei kommt der Wühler zu Unrecht schlecht weg, denn man darf sich über Maulwürfe freuen. Immerhin lockert so ein Tierchen die Erde auf und sorgt dafür, dass alles ordentlich mit frischer Luft versorgt wird. Und das ist gut. Die Anwesenheit eines Maulwurfs ist sogar hilfreich. Genauso wie Menschen, die die Realität auflockern, die anderen Luft zum Atmen verschaffen und so der Welt Gutes tun:

Kleine Taten, große Wirkung: Mut zur Wärme in der Welt

Frühjahr 2026. In Bad Hersfeld steigt ein Obdachloser in einen Bus. In seiner Hand hält er ein paar Münzen. Er will ein Ticket kaufen, um im Bus wenigstens für ein paar Stunden der Kälte entfliehen zu können. Gerade als er bezahlen will, winkt der Busfahrer ab. „Steck dein Geld weg“, sagt er, „und setz dich hinten rein. Du kannst bis Schichtende so mitfahren.“

Wenn man dem Guten begegnet: Paulus' Aufforderung im Alltag

Der Obdachlose und der Busfahrer kennen sich nicht. Die Leben der beiden kreuzen sich zufällig. Wer der abgerissene Mann da vor ihm ist, kann der Busfahrer nicht sagen. Ob er selbst schuld ist an seiner Lage? Den Busfahrer interessiert es nicht. Einen Platz im warmen Bus anbieten kann er aber. Der Busfahrer handelt intuitiv und folgt damit einer alten Aufforderung. Paulus hat sie mal formuliert: Werft euch dem Guten in die Arme.

Der Busfahrer als Maulwurf des Alltags: Ein unerwartetes Beispiel

Der Busfahrer in Bad Hersfeld ist am Ende ein Maulwurf, weil er die Welt auflockert. Anderen Respekt erweist und tut, was Paulus sagt: Er wirft sich dem Guten in die Arme. Angesichts der Fülle an Baustellen in unserer Welt mag einen das ab und an überfordern, aber hier tröstet mich das Bild des Maulwurfs. Der gräbt am Tag auch nur eine begrenzte Fläche um.