Das Licht im Treppenhaus
Stellen Sie sich vor: Sie kommen abends nach Hause, das Treppenhaus ist dunkel. Sie tasten nach dem Lichtschalter, drücken ihn – und das Licht geht für ein paar Sekunden an. Gerade genug Zeit, um die nächsten Stufen zu sehen. Aber für die ganze Treppe reicht das Licht nicht aus. Es erlischt wieder.
Nur die nächsten Schritte sind wichtig
Mir hilft dieses Bild. Denn oft fühlt sich mein Leben an wie in einem Treppenhaus. Ich weiß selten, wie der Weg ganz nach oben oder ganz nach unten aussieht. Ich sehe immer nur die nächsten zwei, drei Schritte. Und manchmal wünsche ich mir: „Gott, zeig mir doch das ganze Bild! Zeig mir, wie es ausgeht. Gib mir Klarheit!“ Leider funktioniert das in den seltensten Fällen.
Step by Step
Gott gibt oft nur so viel Licht, wie ich für die nächsten Schritte brauche. Nicht mehr, nicht weniger. Vielleicht ist das eine Zumutung – aber vielleicht auch ein Geschenk. Denn wenn ich den ganzen Weg sehen könnte, würde ich ihn vielleicht gar nicht erst gehen. Oder ich würde mich ständig fürchten vor Hindernissen, die erst viel später kommen. Jesus sagt von sich: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Joh 8,12) Das bedeutet: Er ist nicht der Flutlichtstrahler, der alles auf einmal erleuchtet. Er ist das Licht, das uns begleitet, Schritt für Schritt.
Jesus - das Licht der Welt
Vielleicht stehen Sie gerade an einer Wendeltreppe des Lebens. Sie wissen nicht, wie es weitergeht. Sie wissen nicht, was auf Sie wartet. Sie wissen nur, dass es weitergehen muss – irgendwie. Dann darf dieser Gedanke Sie tragen: Sie müssen nicht den ganzen Weg sehen, um weiterzugehen.
Mit Mut die nächsten Schritte wagen
Sie müssen nur den nächsten Schritt erkennen. Und dafür reicht Gottes Licht vollkommen aus. Das Treppenhaus im Ganzen wird nicht heller – aber ich merke: Ich werde mutiger. Und irgendwann mache ich die Erfahrung: Ich bin oben angekommen.