hr4 ÜBRIGENS
hr4

Eine Sendung von

evangelisch, Frankfurt am Main

Smog

Smog

Er ist immer noch nicht angekommen: der dringend erwartete Wind, der den grauenerregenden Smog vertreibt, der die 20-Millionen Stadt Peking seit Wochen peinigt. Ein anderes Mittel scheint es nicht zu geben, um die dramatische Umweltkatastrophe abzumildern. Man kann fragen: Ist das ungebremste Wirtschaftswachstum wirklich wichtiger als der Mensch? Aber so einfach ist es ja nicht. 20 Millionen Menschen wollen leben, essen, trinken, arbeiten, produzieren und Geld verdienen. Alles ganz normale Wünsche, die wir uns auch hier auf der andern Seite der Weltkugel gestatten. Gott sei Dank inzwischen ohne so ein dramatisches Ergebnis wie das in Peking.

Gott hat uns die Erde anvertraut. Gott gab uns den Verstand, damit wir mit dem kostbaren Gut Erde klug umgehen. Aber immer wieder in der langen Geschichte der Menschheit wurde das vergessen. Müssen deshalb Umweltkatastrophen geschehen, damit man sich besinnt, erinnert, beginnt, anders zu handeln?

In der Mitte des 20. Jahrhunderts – es ist noch gar nicht so lange her – gab es den berüchtigten Londoner Smog. Vergleichbar mit dem jetzt in Peking. Den Londoner Smog gibt es nicht mehr. Viele kleine und große Maßnahmen, Veränderungen im Verhalten der Menschen und der Industrie haben ihm den Garaus gemacht.

Aber leicht ist eine solche Veränderung nicht. Gewiss noch viel schwerer ist es, wenn eine so gewaltige Region wie die in Peking mit 20 Millionen Menschen betroffen ist. Deshalb gibt es keinen Grund, hochmütig auf die Situation in China herab zu blicken. Schließlich gibt es auch bei uns eine Menge ungelöster Umweltprobleme, die Schaden anrichten.

Im ersten Kapitel der Bibel wird in schönen Bildern aufgezeichnet, wie Gott Himmel und Erde, die Welt und die Menschen geschaffen hat. Das steht es. Gott vertraut uns seine Schöpfung an. Was für ein großes Vertrauen. Was für ein wunderbares Geschenk. Sich daran oft zu erinnern ist viel besser, als aus Katastrophen lernen zu müssen.