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Eine Sendung von

evangelisch, Frankfurt am Main

Wer nur den lieben Gott lässt walten

Wer nur den lieben Gott lässt walten

In vielen Gottesdiensten wird das Lied heute gesungen: „Wer nur den lieben Gott lässt walten. Und hoffet auf ihn allezeit…“ Viele möchten so glauben können, dieses Vertrauen zu Gott selbst spüren. So wie Georg Neumark, der das Lied in der Zeit des dreißigjährigen Krieges geschrieben und komponiert hat. „Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.“

Georg Neumark hatte als junger Mann Gottes Hilfe in höchsten Nöten erfahren.  Mitten im Dreißigjährigen Krieg, einem der schrecklichsten Kriege, versuchte der junge Georg  von Gotha nach Ostpreußen zu reisen, um dort zu studieren. Diese abgelegene Ecke Deutschlands hatte der Krieg verschont. Aber diese Reise wird mehr als vier Jahre dauern. Gleich am Anfang wird der Kaufmannszug überfallen, dem er sich angeschlossen hat, und er verliert seine gesamte Habe. Er arbeitet, was immer sich anbietet, er lebt von der Hand in den Mund und die Hand bleibt oft leer.  Seine persönliche Situation war so hoffnungslos, dass nahe daran war, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Da geschieht das Wunder: er bekommt eine Anstellung als Hauslehrer. An diesem Tag – so hat er es später seinen eigenen Kindern erzählt - dichtete er aus übervollem dankbaren Herzen das Lied, das bis heute – vielmals übersetzt – überall auf der Welt gesungen wird.

"Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht." Georg Neumark hat es erlebt und sagt es in seinem Lied weiter: Es gilt Gott zu vertrauen. Und das heißt für ihn nicht, die Dinge einfach laufen zu lassen. Vielmehr fordert er uns auf zu singen und zu beten: „Sing, bet’ und geh auf Gottes Wegen. Verricht das deine nur getreu…“

Das heißt also: Tu du das deine – Gott wird das seine tun. Gottvertrauen heißt verantwortlich handeln, aber die Zuversicht dabei ganz auf Gott setzen. Es tut der Seele gut, das zu singen.