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Vogt, Dr. Fabian

Eine Sendung von
Dr. Fabian Vogt,
Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Frankfurt

Eine Holzleiter steht an einer mit bunter Graffiti-Kunst besprühten Wand. Die Wand zeigt zahlreiche Schriftzüge und Zeichnungen in verschiedenen Farben, die eine urbane, kreative Atmosphäre vermitteln. Der Himmel darüber ist bewölkt.

Mauerfall: Mit Gott über Mauern springen

Moderator/in: Politisch gelten die Ereignisse bis heute als Wunder: Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer. Dank einer friedlichen Revolution. Morgen wird in ganz Deutschland wieder an diesen historischen Moment gedacht. Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: In der friedlichen Revolution spielten die Kirchen eine wichtige Rolle. Feiert ihr morgen auch?

Kerzen, Gebete und friedliche Revolution

Fabian Vogt: Auf jeden Fall. Von einem ehemaligen DDR-Spitzenpolitiker ist ja der Satz überliefert: „Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete.“ Einen gewaltsamen Aufstand hätte der Staat in den Griff bekommen – aber mit Menschen, die einfach friedlich beten und sagen „Wir wollen nicht mehr hinter einer Mauer leben“ hatte niemand gerechnet.

Mauerfall als Hoffnungszeichen

Dabei war die Mauer mehr als ein Symbol für die Teilung der beiden deutschen Staaten: Mit Grenzsoldaten, Minen, Stacheldraht und Selbstschussanlagen stand sie für ein absolutes Gegeneinander: Wir und die, Gut und Böse. Deshalb ist der Fall der Mauer bis heute ein Hoffnungszeichen: Hasserfülltes Gegeneinander lässt sich mit Liebe überwunden.

Glaube gegen Spaltung

Moderator/in: Würdest du sagen: Dazu braucht es auch Glauben?

Fabian Vogt: Natürlich! Schon deshalb, weil ich eine größere Vision brauche als „Ich habe Recht und du nicht“, wenn ich Spaltungen überwinden will. Ich muss mir ein positives Bild von der Zukunft machen. Nur dann kann ich friedlich für etwas kämpfen.