Maria Lichtmess
Teaser: Maria Lichtmess ist einer der ältesten Feiertage der Christenheit. Fabian Vogt über ein Fest, das Menschen Jahrhunderte lang sehr bewegt hat.
Moderator/in: Einige Unermüdliche haben ihren Weihnachtsbaum immer noch im Wohnzimmer stehen. Aber ganz gleich, wie man das Ende der Weihnachtszeit berechnet: Morgen ist endgültig Schluss. Denn morgen ist „Maria Lichtmess“. Das ist ein Tag, an dem für viele Christen die Weihnachtszeit definitiv endet. Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Was genau ist denn dieser Feiertag?
Fabian Vogt: Erst mal: Maria Lichtmess ist einer der ältesten Feiertage der Christenheit und war Jahrhunderte lang auch einer der wichtigsten: Dieser Tag stand für den Neuanfang. Zum Beispiel wurden alle Jahresverträge von Dienstboten an Maria Lichtmess erneuert – und die Menschen bekamen an diesem Tag den Lohn für das ganze Jahr. Das war prägend.
Dahinter steckt aber eine alte jüdische Tradition: Frauen, die einen Sohn bekommen hatten, blieben 40 Tage zuhause und feierten dann Gottesdienst, um das neue Leben zu begrüßen. Tja, morgen ist genau 40 Tage nach Weihnachten – und Christen denken daran, dass Maria und Josef mit ihrem Sohn Jesus von Bethlehem nach Jerusalem gezogen sind, um Gott für dieses Kind zu danken.
Moderator/in: Und was hat das alles mit dem Licht zu tun?
Fabian Vogt: Na, Maria dankt für Jesus. Und Jesus wird später sagen: „Ich bin das Licht der Welt.“ Deshalb: Maria feiert das Licht der Welt. Das hat übrigens dazu geführt, dass die Menschen lange Zeit an diesem Tage alle Kerzen für das ganze Jahr gesegnet haben – mit dem Gefühl: Jetzt kommt Licht in unser Leben. Auch wenn dieser Feiertag heute nicht mehr so im Zentrum steht, bleibt die schöne Frage: Was macht mein Leben hell?