Endlich Ferien
Moderator/in: Morgen ist es endlich so weit: der erste offizielle Ferientag der Sommerferien. Sechs Wochen frei- und für viele fühlt sich das längst überfällig an. Stimmt´s, Judith Vonderau von der katholischen Kirche?
Judith Vonderau: Ja, absolut! Am Ende des Schuljahres merkt man einfach: Die Luft ist raus. Das kennen wir noch von früher und viele Eltern erleben das heute bei ihren Kindern. Da ist es gut, dass jetzt eine längere Pause kommt. Ferien sind eine echte Chance, sich zu erholen – nicht nur vom Lernen, sondern auch von allem, was den Schulalltag belastet.
Moderator/in: Was genau meinst du damit?
Judith Vonderau: Schule ist wichtig, keine Frage. Aber das System steht schon lange in der Kritik. Es geht oft stark um Leistung, ums Funktionieren und darum, Erwartungen zu erfüllen. Die persönliche Entwicklung kommt dabei zu kurz. Viele Kinder und Jugendliche müssen sich in Strukturen einfügen, die nicht immer zu ihnen passen.
Moderator/in: Da bekommen die Ferien noch einmal einen ganz anderen Stellenwert, oder?
Judith Vonderau: Genau. Ferien sind mehr als nur schulfrei. Sie sind eine Zeit, um wieder bei sich selbst anzukommen, eigene Interessen zu entdecken und einfach mal ohne Druck zu leben. Und ich glaube, das brauchen nicht nur Kinder und Jugendliche. Mein Wunsch ist, dass wir alle uns immer wieder solche Zeiten nehmen können, in denen wir nicht nur funktionieren, sondern auf das hören, was uns wirklich guttut.