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Vogt, Dr. Fabian

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Frankfurt

Eine Gruppe von Skifahrern auf einer verschneiten Piste. Ein Skifahrer sitzt auf einem speziellen Schlitten, während andere stehend fahren. Hohe Tannenbäume umgeben die Szene, und der Himmel ist teilweise bewölkt.

Die paralympische Idee

Moderator/in: Seit fünf Tagen laufen die paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. 40 deutsche Athletinnen und Athleten sind mit am Start … darunter auch der hessische Ski-Langläufer Sebastian Marburger. Schön ist: Die Paralympics bekommen in diesem Jahr eine ziemlich hohe mediale Aufmerksamkeit.

Sport und Inklusion: Können Spiele Barrieren abbauen?

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Was meinst du? Trägt der paralympische Sport dazu bei, dass gesellschaftliche Barrieren abgebaut werden? Die gibt es ja immer noch beim Umgang mit Menschen mit Behinderung?
 
Fabian Vogt: Da tut sich auf jeden Fall was. Schon, weil sich der Blick verändert: weg von der vermeintlichen Schwäche hin zur Leistung. Wir erleben ja bei den Paralympics sportliche Hochleistungen. Und das ist richtig beeindruckend.

Forschung bestätigt: Paralympics beeinflussen unser Denken

Studien [1] zeigen tatsächlich: Die Paralympics verändern unsere Wahrnehmung. Die Mehrheit der Befragten ist überzeugt: Die Spiele leisten einen wichtigen Beitrag gegen die Diskriminierung – und sie bauen Klischees ab, wie etwa: Menschen mit Behinderung wären total unselbständig. Was natürlich Unsinn ist. Diese Veränderung brauchen wir – und das damit verbundene Menschenbild.

Menschenbild und Werte: Was zählt wirklich?

Moderator/in: Welches Menschenbild siehst du denn da?
 
Fabian Vogt: Na, zu den Werten der Paralympics gehört: Die Würde und die Fähigkeiten eines Menschen hängen nicht von körperlichen oder geistigen Einschränkungen ab. Also: Alle Menschen sind gleich wertvoll.

Christliches Menschenbild und Inklusion – ein starkes Signal

Was ja auch dem christlichen Menschenbild entspricht: Jesus ist zu seiner Zeit bewusst auf diejenigen zugegangen, die damals ausgegrenzt waren. Damit hat er gezeigt: „Gott liebt alle Menschen. Ohne Ausnahme.“ So überwindet man Ausgrenzung – damals wie heute.

[1] www.aktion-mensch.de/inklusion/studien/studie-paralympics-und-inklusion