hr3 MOMENT MAL
hr3
Vogt, Dr. Fabian

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Frankfurt

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Ein Moderator steht auf einer Bühne, steht im Anzug und spricht ins Mikrofon. Im Hintergrund sind die Worte "ZDF HITPARADE" und das Datum "Montag, 9. Jan." auf einer Leinwand zu sehen. Die Kulisse ist modern und stimmungsvoll beleuchtet.

90 Jahre Hitparade

Zum Foto: In Deutschland verbindet man “Hitparade” oft mit der Hitparade im ZDF und Dieter Thomas Heck, einem der Moderatoren. Doch die Hitparade und die Charts sind viel älter. 

Moderator/in: Am 4. Januar 2026 um 17 Uhr gibt’s in hr3 wie jeden Sonntag die Chartshow. Welche Songs werden wo am häufigsten gespielt?  Und das Schöne ist: Die Charts haben heute Geburtstag. Ja, sie werden 90 Jahre alt. Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Du bist auch Musiker. Wie genau hat das denn mit den Charts angefangen?

Die Geburtsstunde der Hitparade

Fabian Vogt: Am 4. Januar 1936 wurde im amerikanischen Billboard Magazin die erste Hitparade der Weltgeschichte präsentiert: also die meistverkauften Platten der Woche. Und das Verrückte ist: Das hatte Folgen, und zwar gewaltige. Plötzlich dachte jeder, der eine Jukebox hatte: „Hey, diese Songs brauch ich auch.“

Musik, Macht und Träume der Charts

Jeder Radiosender wollte sie spielen. Und die Musiker träumten: „Einmal in den Charts sein. Das wär’s!“ Das heißt: Weil sich plötzlich alle an den Charts orientiert haben, haben sie bis heute eine unglaubliche Macht und Faszination. Wobei ich als Theologe sagen muss: Die Ur-Idee der Hitparade ist ja viel älter, die steht schon in der Bibel. 

Moderator/in: Echt! In der Bibel gibt’s ‘ne Hitparade?
 

Fabian Vogt: Klar, zumindest indirekt. In der Bibel wird erzählt, dass König Saul oft richtig schlecht drauf war. Da sagen seine Mitarbeiter: „Hey, vielleicht könnte ihn ja gute Musik aufheitern. Los, wir suchen den besten Sänger des Landes. Einen, der toll Harfe spielt, ‘nen guten Charakter hat, klug und schön ist – und gefühlt göttliche Musik macht.“

David – der erste Nummer-Eins-Künstler

Sie wählen David aus, und mit seinen Harfen-Hits macht er König Saul tatsächlich wieder froh. Damit war David so etwas wie der erste Nummer-Eins-Künstler der Weltgeschichte. Der Hitparade gratuliere ich jedenfalls aus ganzem Herzen zum Geburtstag.