90 Jahre Hitparade
Zum Foto: In Deutschland verbindet man “Hitparade” oft mit der Hitparade im ZDF und Dieter Thomas Heck, einem der Moderatoren. Doch die Hitparade und die Charts sind viel älter.
Moderator/in: Am 4. Januar 2026 um 17 Uhr gibt’s in hr3 wie jeden Sonntag die Chartshow. Welche Songs werden wo am häufigsten gespielt? Und das Schöne ist: Die Charts haben heute Geburtstag. Ja, sie werden 90 Jahre alt. Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Du bist auch Musiker. Wie genau hat das denn mit den Charts angefangen?
Die Geburtsstunde der Hitparade
Fabian Vogt: Am 4. Januar 1936 wurde im amerikanischen Billboard Magazin die erste Hitparade der Weltgeschichte präsentiert: also die meistverkauften Platten der Woche. Und das Verrückte ist: Das hatte Folgen, und zwar gewaltige. Plötzlich dachte jeder, der eine Jukebox hatte: „Hey, diese Songs brauch ich auch.“
Musik, Macht und Träume der Charts
Jeder Radiosender wollte sie spielen. Und die Musiker träumten: „Einmal in den Charts sein. Das wär’s!“ Das heißt: Weil sich plötzlich alle an den Charts orientiert haben, haben sie bis heute eine unglaubliche Macht und Faszination. Wobei ich als Theologe sagen muss: Die Ur-Idee der Hitparade ist ja viel älter, die steht schon in der Bibel.
Moderator/in: Echt! In der Bibel gibt’s ‘ne Hitparade?
Fabian Vogt: Klar, zumindest indirekt. In der Bibel wird erzählt, dass König Saul oft richtig schlecht drauf war. Da sagen seine Mitarbeiter: „Hey, vielleicht könnte ihn ja gute Musik aufheitern. Los, wir suchen den besten Sänger des Landes. Einen, der toll Harfe spielt, ‘nen guten Charakter hat, klug und schön ist – und gefühlt göttliche Musik macht.“
David – der erste Nummer-Eins-Künstler
Sie wählen David aus, und mit seinen Harfen-Hits macht er König Saul tatsächlich wieder froh. Damit war David so etwas wie der erste Nummer-Eins-Künstler der Weltgeschichte. Der Hitparade gratuliere ich jedenfalls aus ganzem Herzen zum Geburtstag.