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Groß, Uwe

Eine Sendung von
Uwe Groß,
Katholischer Diakon, Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden

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Wunder

Heute am 19. September kann man in Neapel wieder ein Wunder bestaunen. Das sogenannte Blutwunder. Das getrocknete Blut des heiligen Januarius wird in einer großen Prozession wieder in die Nähe seines Hauptes im Dom von Neapel gebracht und es heißt, dass sich das getrocknete Blut wieder verflüssigt. Das klingt auch in meinen Ohren etwas „strange" und ehrlichgesagt weiß ich auch nicht, ob ich das glauben soll, denn immerhin ist der heilige Januarius schon über 1700 Jahre tot. Besonders in Süditalien wird dies aber groß gefeiert und vielleicht auch von einigen Menschen geglaubt.

Wundererzählungen in der katholischen Kirche

In der katholischen Kirche kennen wir viele solcher Wundererzählungen. Die Kirche sagt nicht, dass Christen an das Wunder von Neapel oder andere solche Wunder glauben müssen. Und das ist sicher auch ganz gut so, denn etwas merkwürdig ist das ja schon.

Wunder in der Bibel und bei Heiligen

Ich finde dabei interessant: Das Wort Wunder kommt etwa 80-mal in der ganzen Bibel vor und auch von Jesus werden bis zu 30 Heilungswunder berichtet. Also Wunder, bei denen Menschen gesund geworden sind. Und auch bei vielen Heiligen werden Wunder berichtet. Ein besonders eindrückliches Beispiel ist das französische Mädchen Bernadette Soubirous, die im 19. Jahrhundert, Marienerscheinungen in Südfrankreich hatte und eine wundertätige Quelle entdeckt hat. Dort ist heute der Ort Lourdes, zu dem Jahr für Jahr vier bis sechs Millionen Mensch pilgern, um dort Heilung zu finden.

Eigene Erfahrungen in Lourdes

Ich war selbst schon einmal dort und habe viele hundert Menschen gesehen, die sich dort an der Quelle von Lourdes gewaschen oder vom Wasser in Lourdes getrunken haben. Ich weiß nicht, ob diese Menschen dort tatsächlich eine Wunderheilung gefunden haben. Aber ich kenne ein paar die davon berichtet haben, dass sie dort in ihrer Situation inneren Frieden gefunden haben.

Wunder im Alltag erleben

Ich glaube, dass zu einem Wunder vor allem der Glaube daran gehört, dass sich Dinge positiv ändern können. Und ich kann sowas auch in meinem Alltag wiederfinden. Ich kenne Menschen, die geglaubt haben, dass ihre Ehe am Ende sei. Sie waren eine Zeitlang getrennt, haben dann aber wieder zueinander gefunden. Ich habe auch einen Freund, dem Ärzte prognostiziert haben, dass er unheilbar krank ist. Mein Freund hat sich eine zweite ärztliche Meinung eingeholt, der scheinbar diagnostizierte Krebs, war gar kein Krebs. Ich kenne einen Mann, der über Jahre nach einer gescheiterten Ehe in Depression lebte. Wie durch ein Wunder hat er eine neue Partnerin kennengelernt und lebt heute wieder ein glückliches Leben.

Täglich neue Wunder der Hoffnung

Ich glaube, dass jeden Tag Wunder geschehen, vielleicht nicht wie im Dom von Neapel. Aber im Alltag: Wenn Menschen erleben, dass sich Dinge zum Guten verändern können.