Unverhoffter Denkanstoß
Gestern waren zwei Männer an meiner Tür. Sie waren sehr freundlich und sagten: Wir möchten ihnen einen Spruch anbieten, der ihnen Hoffnung schenkt.
Die Offenbarung des Johannes: Die biblische Verheißung einer Welt ohne Leid
„Warum nicht?“, dachte ich. Der eine Mann schlug seine Bibel auf und las mir vor. Es waren Verse aus dem letzten Buch des Neuen Testamentes, aus der Offenbarung des Johannes. Die Verse erzählen, dass Gott einmal bei den Menschen wohnen wird und Schmerz und Leid und Tod der Vergangenheit angehören. Und am Ende heißt es: „Gott wird abwischen alle Tränen“, (Offenbarung 21,1-5). „Und das ist doch eine ermutigende Aussicht, gerade wenn man sich zurzeit in der Welt umschaut“, fügte der Ältere hinzu.
Da hat er recht. In diesem kleinen Abschnitt wird von einer Zukunft gesprochen, in der alles gut sein wird. Und ich stelle mir vor: Es wird keine Kriege mehr geben mit all dem Elend, das sie bringen. Kein Machtgehabe, nicht zwischen Staaten und auch nicht zwischen Menschen. Keine Unterdrückung, keine Gewalt, kein Missbrauch, nichts worunter Menschen leiden. Das alles wird es in dieser Zukunft nicht mehr geben, denn Gott ist da, mitten unter uns.
Zeugen Jehovas an der Tür: Eine Begegnung ohne Diskussion aber mit Hoffnungsbotschaft
Ich bedanke mich für die Hoffnungsworte und dann frage ich die beiden Männer: „Wo kommen Sie her? „Wir gehören zu den Zeugen Jehovas“, sagen sie. O, denke ich bei mir. Jetzt werden sie versuchen mich von ihrem Glauben zu überzeugen. Aber die Begegnung verläuft anders.
Sie haben nicht die Absicht mich von ihren Vorstellungen zu überzeugen. Sie haben mir nur diese frohe Botschaft überbracht, wünschen mir ein schönes Wochenende und gehen ihrer Wege. Diese freundliche Begegnung klingt in mir nach. Und die Botschaft des Bibeltextes begleitet mich über den Tag hin. Gott wird abwischen alle Tränen, Schmerz und Leid werden irgendwann nicht mehr sein.
Zwischen Hoffnung und Realität
Mal denke ich: „Naja, diese Zukunft wird wohl noch auf sich warten lassen. Bis dahin gibt es weiter leidvolle Situationen und Kriege.“ Dann denke ich: „Eigentlich ist diese Welt ja auch wunderschön. Ich möchte sie nicht so bald verlassen, auch wenn es so viel Leid und Elend gibt.“
Klar, ich habe gut reden. Mir geht es gut. Wie hören andere diese Zusage? Menschen, die vielleicht schwer krank sind oder tagtäglich unterdrückt werden. Sie können es vielleicht kaum erwarten, bis sich alles zum Guten wendet.
Ich entwickele immer wieder neue Gedanken, ausgehend von diesem kurzen Bibeltext mit seiner hoffnungsvollen Aussicht für Gott neue Welt. Und ich bin froh über diese kleine Begegnung am Morgen.