hr2 ZUSPRUCH
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Ein Mann mit einer Glatze und Brille trägt einen hellblauen Blazer über einem weißen Hemd. Er lächelt freundlich und schaut direkt in die Kamera. Der Hintergrund ist grau und neutral.

Eine Sendung von
Martin Vorländer,
Evangelischer Pfarrer und Senderbeauftragter für den DLF, Frankfurt

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Schöpfungszeit

Das letzte Wochenende im August steht vor der Tür. Nächste Woche beginnt der September. Schöpfungszeit. So nennen die evangelische, die katholische und die orthodoxe Kirche diesen Monat. 

Schöpfungszeit: Übergang vom Sommer zum Herbst

Der September liegt zwischen Spätsommer und Frühherbst mit Ernte und Weinlese, mit kühlen Temperaturen am Morgen, aber immer noch einigen Stunden voller Sommer im Lauf des Tages. Und mit diesem besonderen Licht des ausklingenden Sommers. Die Sonne steht tiefer und taucht die Welt in Gold. Alle Dinge wirken sanfter, weicher. 

Die Natur erinnert an Wachsen und Loslassen

Schöpfungszeit. In diesen Wochen des Übergangs zwischen Sommer und Herbst beobachte ich besonders intensiv, wie die Natur sich wandelt: vom kräftigen Grün hin zu den vielen Farben des Herbstes. Noch ist vieles da, was übers Jahr gewachsen ist. Aber das Wissen zieht ins Herz ein: Es ist nicht mehr lange hin, bis die Bäume ihre Blätter loslassen und die Pflanzen sich ins Innere zurückziehen, um den Winter zu überstehen. 

Der Mensch als Teil der Schöpfung

Im September, in der Schöpfungszeit, machen sich viele Christinnen und Christen bewusst: Wir Menschen sind ein Teil dieser Schöpfung. Wir sind hineingestellt und hineinverwoben in das Wachsen und Vergehen, in das Frucht-Bringen und das Loslassen. Wir sind Mitgeschöpfe. Wer daran glaubt, vertraut darauf: Gott ist der Herr der Schöpfung, nicht wir. 

Das eigene Leben kennt Jahreszeiten

Und mein eigenes Leben fühlt sich manchmal an wie der Wechsel der Jahreszeiten: Mal ist es prall und voll wie die Natur im Sommer. Mal kann ich ernten. Und dann es gibt Phasen des Rückzugs, in denen ich hoffentlich Kräfte sammeln kann für Neues. 

Schöpferische Worte können Kraft geben

Von Gott kommt alle schöpferische Energie. Und die macht uns kreativ, so dass wir viel erreichen. Das fängt bei der Sprache an. Worte können schöpferisch sein. Sie können Lebensenergie freisetzen und Schaffenskraft wecken. Darum bin ich auf der Suche nach solchen kreativen Worten. Ich habe in meinem Freundeskreis gefragt: Was sind schöpferische Worte für euch?

„Du musst mit allem rechnen, auch mit dem Schönsten“

Eine Freundin hat mir geschrieben: „Du musst mit allem rechnen, auch mit dem Schönsten.“ Der Satz gefällt mir. Er stärkt den Optimismus, dass nicht alles nur den Bach runtergeht. Er rechnet mit der Möglichkeit: Es kann überraschend gut werden. 

„Ich bin“ und „Danke“ als schöpferische Wörter

Eine andere Freundin hat mir drei Wörter genannt, die ihre Kreativität wecken: „Ich bin“ und: „Danke“. Sie sagt: „Abends vor dem Einschlafen spiele ich damit ABC: Nach ‚Ich bin‘ setze ich ein Adjektiv mit A. Zum Beispiel: Ich bin achtsam. Und nach ‚Danke‘ etwas mit A, wofür ich dankbar bin. Danke für jeden Atemzug, der mich am Leben hält. Und danach schaue ich, was mir zum nächsten Buchstaben einfällt, bis ich eingeschlafen bin.“ 

Mit Dankbarkeit durch den Tag

Ich probiere das heute Morgen mal selbst aus mit dem Buchstaben F. „Ich bin ein froher Mensch.“ Meistens jedenfalls. Und: „Danke, Gott, es ist Freitag!“

 

https://www.chrismonshop.de/schoepfungszeit/  

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