hr1 ZUSPRUCH
hr1
Griesel, Tanja

Eine Sendung von
Tanja Griesel,
Evangelische Schulpfarrerin, Fritzlar

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Ein Feuerwehrmann in Schutzausrüstung steht mit dem Rücken zur Kamera, während ein rotes Feuerwehrauto im Hintergrund parkt. Ein weiterer Feuerwehrmann in roter Weste ist ebenfalls sichtbar. Es scheint eine Einsatzsituation zu sein, in der die Feuerwehr aktiv ist.

Waldbrände in Hessen

Anmoderation: Diese Woche haben Hunderte Einsatzkräfte in Hessen gegen Waldbrände gekämpft, in Rodenbach, bei Hedemünden, im Kaufunger Wald. Wochenlange Trockenheit - jetzt wird sogar das Wasser knapp. Was kann denn jeder von uns jetzt tun? Dazu der hr1 Zuspruch von Pfarrerin Tanja Griesel aus Fritzlar.

In meiner Reli-Klasse lässt ein Schüler am Waschbecken das Wasser laufen. Einfach so. Der Hahn ist auf, das Wasser läuft und läuft. Noch bevor ich etwas sagen kann, ruft ein Mitschüler: „Hey, lass das. Das ist Wasserverschwendung. Geht gar nicht – gerade jetzt!" 

Waldbrände in Hessen: Warum gerade jeder Liter zählt

Später danke ich ihm und frage, woher er das weiß. Er ist bei der Freiwilligen Feuerwehr. Er erzählt, dass sie gerade besonders aufmerksam sind und jederzeit bereit sein müssen auszurücken. Am Montag hat es bei Hedemünden gebrannt, an der hessisch-niedersächsischen Grenze. In Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis standen rund 55 Hektar Wald in Flammen, hunderte Einsatzkräfte mussten dagegen ankämpfen. Der Löschwasserbedarf war so groß, dass der Main-Kinzig-Kreis die Menschen zum Wassersparen aufruft: also weniger duschen, nicht baden, nicht den Garten gießen. Jeder Liter zählt. 

Beten und auf Regen zu hoffen

Ich gucke in diesen Tagen ganz oft in den Himmel. Ich hoffe auf Hilfe. Und auf  Regenwolken. Ich weiß: Gott ist nicht fürs Wetter zuständig. Beten ändert daran nichts. Trotzdem bete ich. Nicht, weil ich glaube, dass dann Regen kommt. Sondern weil Beten und Hoffen für mich zusammengehören. Ich denke dabei an die Menschen, die gerade im Einsatz sind. Die Feuerwehrmänner und -frauen. Und an alle anderen, die helfen, anpacken, Wasser heranfahren. Dass sie behütet sind und sicher wieder nach Hause kommen.

Was kann ich selbst tun?

Was ich selbst jetzt schon tun kann, außer auf Regenwolken am Himmel zu warten: zum Beispiel den Wasserhahn nicht unnötig laufen lassen. Mehr nicht. Aber immerhin.