Dünnhäutig
Auf der Fahrt von Siegen nach Herborn habe ich geweint. Die vertrockneten Bäume am Straßenrand haben mich so getroffen. Das hat weh getan.
Warum mich vertrocknete Bäume so tief berühren
Ganz schön dünnhäutig, ich weiß. Die Welt macht etwas mit mir. Sie geht mir unter die Haut. Und dann weine ich. Im Auto, bei den Nachrichten, bei einer Geschichte, die tief geht. Genauso kann ich aber auch lachen, bis mir der Bauch weh tut. Ich will das gar nicht anders haben: Ich will mich berühren lassen und in Kontakt sein mit dem, was um mich ist, auch wenn es weh tut.
Biblische Vorbilder: Wenn Not das Herz zusammenzieht
Damit bin ich in guter Gesellschaft. An vielen Stellen in der Bibel steht: Jesus sieht die Not und es trifft ihn im Innersten. Es zieht ihm das Herz zusammen.[1] Und dann handelt er, lindert Not und heilt.
Der barmherzige Samariter als Vorbild für mitfühlendes Handeln
Auch der barmherzige Samariter, den Jesus als Vorbild erzählt, fühlt das Gleiche [2]: Er sieht einen verletzten Menschen am Wegesrand. Das trifft ihn – und er handelt. Verbindet die Wunden und bringt ihn zu einem Bett, wo jemand anderes ihn pflegt.
Vom Gefühl zur Tat: Nicht abstumpfen, sondern handeln
Das wünsche ich mir auch: nicht abstumpfen. Hinschauen statt wegzugucken. Not aushalten, ins Handeln kommen.
Bäume pflanzen als konkreter Anfang gegen die Klimakrise
Die Bäume auf dem Weg nach Herborn kann ich nicht alle gießen. Aber zu meinem Geburtstag habe ich mir Bäume gewünscht. Freunde haben in meinem Namen Bäume pflanzen lassen. Ein Anfang. Und Anfänge zählen.
[1] Matthäus 9,36; 14,14; 15,32; 20,34; Markus 1,41; 6,34; 8,2; Lukas 7,13
[2] Lukas 10,33