hr2 ZUSPRUCH
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Maschke, Andrea

Eine Sendung von
Andrea Maschke,
Katholische Pastoralreferentin in Bad Homburg / Friedrichsdorf

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Eine Person mit langen Haaren steht am Ufer eines ruhigen Wassers und blickt auf einen Sonnenuntergang. Der Himmel ist in sanften Farben erleuchtet, während im Hintergrund grüne Pflanzen zu sehen sind. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Naturverbundenheit.

„Rette mich vor dem Versinken!“

Das Leben an der Nordsee wird von Ebbe und Flut, also vom Meer, bestimmt. Ich war in diesen Sommer in einer Kirche, die unweit vom Strand steht. Auch der Innenraum der Kirche war vom Thema Wasser und Meer geprägt. Besonders beeindruckt haben mich die leuchtenden bunten Fenster. Da waren Szenen aus der Bibel dargestellt. Und viele dieser Szenen hatten mit Meer und Wasser zu tun: 

Biblische Bilder vom Wasser

Die Erschaffung der Welt, wenn es heißt, der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Jona, der von einem Walfisch geschluckt und wieder an Land gespuckt wurde. Da sah man das erste Wunder Jesu, als er Wasser in Wein verwandelt hat, Und dann war da eine Szene dargestellt, die mich sehr beschäftigt hat: Jesus zieht Petrus aus dem Wasser. 

Petrus wagt den Schritt

Das hat sich so ergeben: Die Jünger sind mit dem Boot auf dem See, weit draußen. Da wird es stürmisch. Sie sehen jemanden über das Wasser auf das Boot zu laufen, und bekommen Angst, denn sie meinen, es sei ein Geist. Es ist aber Jesus, der mit ihnen spricht und sie beruhigt. Und da sagt Petrus: „Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. (Mt 14,28)“ Und Jesus sagt: „Komm!“

Zwischen Mut und Angst

Petrus steigt also aus dem Boot und geht tatsächlich auf dem Wasser auf Jesus zu. Dann wird er sich aber der Wellen und der Gefahr bewusst, bekommt Angst und beginnt zu versinken. Er ruft nach Jesus: „Herr, rette mich“. Und Jesus zieht ihn sofort hoch. Und sagt er „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ Gemeinsam steigen sie ins Boot zu den anderen. (Mt 14,24–32)

Ein zweifelhafter Held

Kleingläubig? Ja, der Petrus ist kein sehr mutiger Mensch, manchmal ist er sogar ein bisschen feige. In der Bibel wird ja auch erzählt, dass er später, als Jesus verhaftet wird, aus Angst leugnet, Jesus näher zu kennen. Mir ist dieser Petrus immer sehr nahe, weil ich selbst auch nicht sehr mutig bin. 

Mut, der trotzdem trägt

Wobei: Petrus ist von den Jüngern im Boot der Einzige, der sich traut, das Boot zu verlassen. Und er geht tatsächlich ein paar Schritte auf dem See. Kein anderer kommt auf so eine Idee. Ist ja auch ziemlich verrückt – und wie ich finde, auch mutig - und vertrauensvoll. Er wagt diese Schritte ja, weil Jesus gesagt hat: „Komm!“

Wahrscheinlich hatte Petrus das Gefühl: Mit Jesus kann ich nicht untergehen. Und tatsächlich ist Jesus zur Stelle, als er beginnt zu versinken – und zieht ihn hinauf. 

Wenn das Leben zu viel wird

Ich kenne Momente, in denen ich das Gefühl oder die Angst davor habe, in Trauer oder Überlastung unterzugehen. Oder wenn mich meine Schuldgefühle oder Sorgen übermannen: Das fühlt sich an, wie in einem Strudel unterzugehen. In so einer Situation zu rufen: „Rette mich, ich brauche Hilfe!“ – da gehört großer Mut dazu, finde ich.

Eine ausgestreckte Hand

Und dann braucht es jemanden, der die Hand ausstreckt, so wie Jesus. Jemanden, dem ich vertraue, der mir Hilfestellung gibt und dessen Hilfe ich auch annehmen kann. Jemanden, der mir hilft, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Das kann eine konkrete Person sein oder auch Gott. Für mich geht beides.