To-do-Liste für mein Leben?
Praktisch sind sie ja – und sie schaffen Ordnung: To-do-Listen. Jeden Morgen schreibe ich eine neue. Alles, was am Tag ansteht, landet darauf. Manche Punkte sind schnell erledigt. Andere tauchen immer wieder auf – eine Art „Dauerbrenner".
To-do-Listen geben Struktur. Sie helfen mir, nichts Wichtiges zu vergessen. Und doch: Nicht alles wird am Abend abgehakt. Und das ist auch gut so.
Struktur, die hilft
Was für meinen Alltag gilt, gilt auch für mein Leben. Auch dort gibt es unsichtbare Listen – Dinge, die ich angehen möchte, Ziele, die ich verfolge. Doch das Leben lässt sich nicht vollständig planen. Die berühmte deutsche Gründlichkeit stößt hier an ihre Grenzen. Es kommt oft anders als erwartet. Und wäre es nicht schrecklich, wenn wir schon wüssten, was alles auf uns zukommt?
Was Listen nicht abbilden können
Ich habe keine To-do-Liste für mein Leben. Aber ich lasse mich auf jeden neuen Tag ein. Ja, ich freue mich darauf. Denn als Christ glaube ich: Gott begleitet meine Wege. Er hält seine schützende Hand über mich.
Da denke ich gerne an Abraham. Er bricht im hohen Alter auf – mit seiner Familie, in ein unbekanntes Land. Gott hat ihn gerufen. Abraham weiß nicht, was kommt. Aber er geht. Weil er weiß: Gottes Hand trägt ihn. Ein Psalm sagt: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern." Ein starkes Bild. Für Vertrauen. Für Mut. Für das Leben.
Die Freude am Unvorhersehbaren
Manchmal, wenn ich eine neue To-do-Liste entwerfe, denke ich an Abraham. Dann werde ich gelassener. Denn ja – es kann viel Schlimmes passieren im Leben. Aber es gibt auch Wunder. Es gibt Schönheit. Es gibt unerwartetes Glück. Das lässt sich nicht aufschreiben. Nicht abhaken. Nicht planen. Das Leben ist mehr als jede Liste.
In diesem Sinne: Wünschen wir uns allen, dass wir auch fernab von To-do-Listen die Freude bewahren, uns auf das Neue einzulassen. Auf das Unvorhersehbare. Auf das Überraschende, und zwar ganz ohne Liste.