hr2 ZUSPRUCH
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Groß, Uwe

Eine Sendung von
Uwe Groß,
Katholischer Diakon, Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden

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Eine barocke Kirche mit zwei hohen Türmen und einer eindrucksvollen Fassade. Die Struktur zeigt kunstvolle Details und ist von einem Platz umgeben. Der Himmel ist klar mit einigen Wolken im Hintergrund.

Hessentag in Fulda - Pilgersein

„Foll hessisch“ geht es ab morgen für zehn Tage in Fulda zu: Der 63. Hessentag findet dort statt. Vor dem wunderschönen Dom feiern am Sonntag viele Menschen einen ökumenischen Gottesdienst. Und auch an den anderen Tagen lassen sich evangelische und katholische Kirche etwas einfallen. Eine Himmelsbühne mit tollen Konzerten, eine Hessentagskirche für Begegnungen, eine Segensgondel, d.h. ein Riesenrad, auf dem man sich segnen lassen kann, und eine Oase der Stille, all das bieten Christinnen und Christen auf dem Hessentag an. Sascha Gramm wird gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Boris Rhein den Hessentag eröffnen. Sascha Gramm ist ein Marathonläufer aus Hessen und er läuft in diesem Jahr die Bonifatiusroute von Mainz nach Fulda in einem dreitägigen Marathonlauf ab.

Was macht die Bonifatiusroute nach Fulda so besonders?

Dabei muss ich an eine Fahrradtour denken, die ich vor zwanzig Jahren einmal dorthin gemacht habe. Damals bin ich mit meiner Frau entlang der Bonifatiusroute von Mainz nach Fulda gefahren. Dieser Wanderweg ist genau die Strecke, auf dem der Leichnam des heiligen Bonifatius im achten Jahrhundert von Mainz nach Fulda gebracht wurde. Vier Tage haben wir mit unseren Fahrrädern für die etwa 180 km gebraucht. Übernachtet haben wir aufs Geratewohl und ohne Vorbestellung, da wo wir grad waren.

Unsere Fahrradtour fühlte sich wie Pilgern an

Das hatte was für mich vom Pilgersein. Bei Wind und Wetter unterwegs, es war Oktober, und morgens nicht wissen, wo man abends schläft. Abends eine Herberge aufsuchen, ein Gasthof, eine Pension, eine preiswerte Unterkunft. Oft waren wir durchgefroren von der kalten Nässe des Herbstregens und todmüde vom Fahrradfahren. Unterwegssein und Schlafen, Unterwegssein und Schlafen. Nach vier Tagen kamen wir in Fulda endlich an und sind erstmal in den Dom gegangen. Wir hatten unser Ziel erreicht und waren doch etwas traurig, dass es schon vorbei war.

Was bedeutet der Satz „Der Weg ist das Ziel“?

In Fulda habe ich verstanden, was es mit diesem merkwürdigen Satz: „Der Weg ist das Ziel“ auf sich hat. Manchmal geht es gar nicht in erster Linie darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern etwas zu tun, was einem Kraft gibt. Und auch, wenn uns die Fahrradtour nach Fulda viel Kraft gekostet hat: Sie hat uns noch mehr Kraft gegeben. Allen, die in diesem Jahr zum Hessentag kommen, ob Pilger oder Besucherin, wünsche ich ein Krafttanken in Fulda.