Hab Mut, steh auf!
„Hab Mut, steh auf!“ – so eine kleine Ermutigung tut gut. Egal, ob ich morgens nicht aus dem Bett komme oder vor einer wichtigen Entscheidung stehe. Eine Ermutigung gibt neue Energie in Zeiten, in denen viele mit Sorgen und Fragen unterwegs sind, wie es wohl weitergeht.
Die Begegnung Jesus mit Bartimäus, einem blinden Bettler
„Hab Mut, steh auf!“ Das ist das Motto des Deutschen Katholikentages, der heute in Würzburg beginnt und bis Sonntag dauert. Bis zu 60.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet.
Das Motto geht – natürlich – zurück auf eine Geschichte in der Bibel: die Begegnung von Jesus mit Bartimäus, einem blinden Bettler. Bartimäus ist durch seine Blindheit gesellschaftlich an den Rand gedrängt. Als Jesus die Stadt Jericho gerade verlassen will, ruft Bartimäus laut nach Jesus. Die Menschenmenge will ihn erst zum Schweigen bringen – er soll Jesus nicht belästigen, nicht stören.
Jesus heilt ihn nicht einfach
Aber dann ändert sich die Lage: Jesus hört Bartimäus und lässt ihn rufen. Überraschenderweise ermutigen die Umstehenden nun Bartimäus und sagen: „Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.“ (Markus-Evangelium 10,49) Bestärkt durch dies Ermutigung geht Bartimäus zu Jesus. Und jetzt die zweite Überraschung: Jesus heilt ihn nicht einfach. Er fragt ihn erstmal, was er möchte. Und in dem Moment als Bartimäus sagt, dass er wieder sehen möchte, ist er geheilt.
Wie begegne ich Menschen, die am Rand stehen?
Für mich steckt in dieser Heilungsgeschichte ganz viel, was in dieser Zeit für unsere Gesellschaft wichtig ist: Wie begegne ich Menschen, die am Rand stehen? Wehre ich sie ab oder ermutige ich sie? Wie begegne ich Menschen, die sich an mich wenden? Frage ich danach, was sie wirklich brauchen?
Ein vielfältiges Programm ist geplant
Ich hoffe, die Begegnungen auf dem Katholikentag tragen dazu bei, viele Menschen zu ermutigen. Es ist ein vielfältiges Programm geplant. Mir ist aufgefallen: Es gibt einige Veranstaltungen im Bereich Dialog. Es stehen Gesprächspartner:innen aus unterschiedlichen Religionen oder Nationen zur Verfügung. Und auch Talkgäste aus sogenannten „Randgruppen“ tragen dazu bei, den Blick über die eigene Blase hinaus zu weiten.
Lass dir helfen, hol dir Unterstützung!
Mir gefällt die Ermutigung, die darin steckt. Ich finde: Jeder Mensch braucht immer wieder jemanden, der ihn oder sie ermutigt: Hab Mut! Steh auf! – pack an, was du als Problem erkannt hast oder auch: Lass dir helfen, hol dir Unterstützung! Lass dich nicht einschüchtern von Menschen, die dich zu laut finden. Formuliere deinen größten Wunsch und dann steh auf und geh!
„Geh, dein Glaube hat dich gerettet!“
Als Christin bin ich davon überzeugt: Gott hört, wenn ich nach ihm rufe, weil ich Unterstützung brauche. So wie Jesus den blinden Bartimäus gehört hat. In der Geschichte sagt Jesus zum Schluss „Geh, dein Glaube hat dich gerettet!“. Ich finde, das stimmt in jedem Fall. Selbst, wenn ich nicht an Gott oder eine höhere Macht glaube.
Der Weg raus aus dem Sorgenkarussell
Ich bin davon überzeugt: Wenn ich mutig aufstehe, hab ich schon etwas Entscheidendes getan: Ich habe entschieden, etwas für mich zu tun. Ich überlasse mich nicht dem Schicksal am Rand. Damit beginnt die Veränderung einer schwierigen Situation. Der Weg raus aus Sorgenkarussell und Resignation beginnt mit dem Aufstehen – und dann kommt erst der erste Schritt.