hr2 ZUSPRUCH
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Wiesheu, Annette

Eine Sendung von
Annette Wiesheu,
Katholische Studienleiterin an der Akademie des Bistums Mainz in Darmstadt

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Eine barocke Wandgestaltung mit einer beeindruckenden Skulptur eines Engels, der Schriftrollen hält. Die Decke ist kunstvoll bemalt, mit religiösen Szenen und lebhaften Farben. Der gesamte Raum vermittelt einen Eindruck von Pracht und Spiritualität.

Gestärkt

Vor kurzem war ich zu Gast in der polnischen katholischen Kirchengemeinde in Darmstadt. Ich war eingeladen zu einem Festgottesdienst, der in der Kirche meiner – deutschsprachigen – Pfarrei in Darmstadt stattfand. Ich bin in der Pfarrei ehrenamtlich engagiert und spreche auch etwas Polnisch, daher hat der Pfarrer der polnischen Gemeinde mich gebeten, als Vertreterin der Gastgeber-Pfarrei die Gäste zu begrüßen. Gerne habe ich zugesagt. 

Stärken auf ihrem Weg des Lebens 

Gefeiert wurde die Firmung von 21 Jugendlichen. Firmung – das bedeutet Stärkung und Bestätigung. Mit diesem Sakrament sagen die jungen Menschen an der Schwelle zum Erwachsenenalter bewusst „Ja“ zum Glauben und zur Kirche. Sie bestätigen das, was bei ihrer Taufe als Kinder die Eltern und Paten an ihrer Stelle getan haben. Und die Firmung soll die jungen Menschen stärken auf ihrem Weg des Lebens und des Glaubens. Ihnen wird in der Firmung der Heilige Geist zugesprochen als Begleiter und Beistand auf ihrem Weg.

Es geht weiter mit dem Glauben

Auch mich hat diese Feier der Firmung gestärkt. Es hat mich gestärkt zu sehen: Junge Menschen entscheiden sich, den Glauben ernst zu nehmen, sich damit in ihrem Leben auseinanderzusetzen. Firmung ist heute keine Routine mehr. Ich finde: Zum Glauben und zur Kirche „Ja“ sagen in einer Welt, in der viele Menschen damit nichts mehr anfangen können, das erfordert auch ein Stück Mut. Es tut gut zu sehen: Junge Menschen entschließen sich zu diesem Schritt, es geht weiter mit dem Glauben. 

Viele der Gäste kamen aus Polen 

Und gestärkt hat mich auch zu sehen: Die Kirche ist eine internationale Gemeinschaft. Die Firmbewerberinnen und Firmbewerber und ihre Familien haben Wurzeln in Polen. Sie leben in Deutschland, in der polnischen Kirchengemeinde feiern sie Gottesdienst und die Sakramente in ihrer Muttersprache. Viele der Gäste waren aus Polen angereist. Und zur Spendung der Firmung war der neue Weihbischof des Bistums Mainz nach Darmstadt gekommen, Pater Joshy Pottackal. Er stammt aus Indien und ist seit über 20 Jahren Seelsorger in Deutschland. Im März wurde er zum Bischof geweiht – als erster Bischof in Deutschland, der nicht aus Europa stammt. 

Unsere Kirche ist vielfältig und bunt

Bei diesem Firmgottesdienst habe ich erleben dürfen: Der Glaube ist lebendig, und er verbindet Menschen über Sprachen und Grenzen hinweg. Und die Kirche ist vielfältig und bunt – nicht nur in der weiten Welt, sondern auch bei uns, bei mir vor Haustür.