Ein Friede, der vom Himmel kommt
Gesprochen von Claudia Rudolff
Testament - ein Wort, das manchen etwas Gänsehaut macht. Es erinnert an den Tod. Dazu ein Wort, das mindestens so hart kling: Testamentsvollstrecker.
Testamentsvollstrecker können im Erbfall helfen und den Familienfrieden sichern
Das sind Menschen, die sich kümmern, also hilfreiche Menschen. Man ruft sie, wenn ein Testament vorhanden, aber unklar ist. Da hatte der Verstorbene geschrieben, er vermache alles dem Tierschutz. Das geht aber nur, wenn es keine Erben gibt. Die melden sich dann - und beauftragen einen Testamentsvollstrecker, die Dinge in Ordnung zu bringen.
Was bedeutet Testamentsvollstrecker sein wirklich?
Überhaupt Ordnung - das ist die wichtigste Aufgabe der Testamentsvolltrecker. Marcel ist so einer. Neulich hat er über seine Arbeit ein Gespräch mit dem Fernsehen. Und sagt, dass er seinen Beruf liebt, weil er Ordnung in eine Unordnung bringen kann. Er hilft Menschen, ihr Recht zu bekommen oder einzusehen, dass ein gefühltes Recht nicht ausreicht. Erben ist ein schwieriges Gelände. Schon ganze Familien sind zerbrochen infolge einer Erbschaft. Marcel braucht viel Geduld, sagt er. Und gibt uns allen noch einen wertvollen Hinweis.
Ein klar formuliertes Testament kann Erbenstreit verhindern
Er rät: Machen Sie ein Testament. Machen sie es klar und richtig. Und wenn Sie sich das nicht zutrauen, lassen Sie sich helfen von einem Anwalt.
Es ist vielleicht nicht schön, an den eigenen Tod zu denken. Es ist aber hilfreich. Wir entlasten unsere Angehörigen; verhindern vielleicht einen Familienstreit. Testamente sind eine Form von Selbstliebe und Liebe zu unseren Angehörigen. Testamente sind Loslassen. Wir überlassen nichts dem Zufall und verhindern Streit.
Beerdigungswünsche festhalten: Warum offene Gespräche mit Familie Konflikten vorbeugen
Das gilt auch für die Wünsche zur eigenen Beerdigung. Sprechen wir mit unseren Lieben. Schreiben wir unsere Wünsche auf. Wir leben nicht immer. Da hilft es „unser Haus zu bestellen“, wie die Bibel das nennt (Jesaja 38,1). Es macht uns freier, das eigene Leben aufgeräumt zu übergeben. Anfangs kostet es ein wenig Überwindung - aber mit jedem Loslassen werden wir freier. Und erfüllen ja eine Bitte Gottes, vielleicht schon am Wochenende. Wir hinterlassen unser Leben geordnet. Das ist ein besonderer Friede. Ein Friede, der vom Himmel kommt.