Die Welt verändern – oder sich selbst?
Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn - wer kennt diese Erzählungen nicht? Geschrieben von Mark Twain, einem der bekanntesten amerikanischen Schriftsteller. Von ihm stammt auch die Aussage: “Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das Zweite ist schwieriger.”
Wie wahr dieser Satz doch ist. Immer wieder bringt er mich zum Nachdenken. Denn es fällt mir leicht, zu sagen, was sich auf der Welt alles verändern müsste. Schnell unterstütze ich politische Forderungen oder habe klare Vorstellungen davon, wie eine bessere Gesellschaft aussehen sollte.
Warum Selbstveränderung so schwer fällt
Aber wie ist es denn eigentlich mit mir selbst? Bin ich denn überhaupt bereit, mich und meine lieb gewordenen Gewohnheiten zu verändern? Zeige ich die notwendige Bereitschaft, bestimmte Verhaltensweisen, die mir eigen sind, auf den Prüfstand zu stellen? Was ändere ich an mir selbst?
Es ist natürlich immer wesentlich leichter, den Finger auf andere Menschen zu richten als auf mich selbst. Das kann dann auch gut ablenken von meinen eigenen Schwächen, mit denen ich mich selbst nicht so gerne konfrontieren möchte. Da ist es einfacher, wenn ich mich mit Mängeln anderer Menschen oder mit dem Handeln der politisch Verantwortlichen auseinandersetze. "Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das Zweite ist schwieriger", sagt Mark Twain. Ja, es ist schwieriger, an mir zu arbeiten. Nicht nur meine Standpunkte zu bestimmten Themen zu hinterfragen, sondern auch meine grundsätzliche Haltung. Das ist schwierig und unbequem.
Die eigene Komfortzone verlassen
Aber manchmal muss ich auch bereit sein, aus meiner sogenannten Komfortzone auszubrechen, mich gedanklich zu bewegen, damit ich nicht selbstgerecht über Dinge urteile, die auch von einer anderen Perspektive betrachtet werden können. Es kommt also auf einen Wechsel der Perspektive an. Die Dinge von einem anderen Standpunkt aus betrachten.
Jesus zeigt einen anderen Blick auf die Menschen
Einen Wechsel der Perspektive hat auch Jesus vorgenommen. Gerade die Menschen, die am Rand der damaligen Gesellschaft standen, hat er in besonderer Weise in den Blick genommen.
Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt
Da ist zum Beispiel die Rede von einer Samariterin am Jakobsbrunnen. (Joh 4) Aufgrund ihres ungewöhnlichen Lebenswandels wird sie gesellschaftlich ausgegrenzt. Jesus bricht ein Tabu, indem er mit ihr ein Gespräch beginnt. Er überwindet damit ganz bewusst Grenzen der damaligen Konvention. Statt sie zu verurteilen, zeigt er Verständnis und schenkt ihr Vergebung. Damit verleiht Jesus der Samariterin eine neue Würde. Er verlässt gezielt Stereotype und Vorurteile und zeigt damit auf, dass jeder Mensch einen besonderen Wert hat. Diese Begegnung verändert das Leben dieser ausgestoßenen Frau.
Nicht nur an dieser Geschichte kann ich erkennen: Veränderung ist möglich - auch an mir selbst. Es kommt nur auf den ersten Schritt an, der eine Änderung bewirken kann. Nur Mut!