Muttertag
Moderator/in: Morgen ist Muttertag. Kinder im Kindergarten haben bunte Bilder gemalt oder Geschenke gebastelt, um ihre Mutter an diesem Tag zu überraschen. Das ist ja oft das Bild von Muttertag. Aber es gibt noch eine andere Sichtweise auf diesen Tag, die beschreibt Pfarrer Matthias Viertel im hr1 Zuspruch.
Warum Muttertag alle Menschen betrifft – unabhängig von Alter und Lebenssituation
Eine Sache steht fest: Ich habe eine Mutter, du hast eine, jeder Mensch hat eine Mutter. Bei denen, die wie ich etwas älter sind, lebt sie vielleicht nicht mehr, aber im Bewusstsein ist sie trotzdem da. Der Muttertag betrifft deshalb alle. Auch diejenigen, die keine Kinder haben. Er betrifft Männer nicht weniger als Frauen. Denn an diesem Tag geht es nicht nur darum, ob ich Mutter bin, sondern dass ich eine Mutter habe!
Warum kann Muttertag auch schwer sein?
Mütter sind auch nicht immer jung, in den meisten Fällen sind sie älter, einige sogar sehr alt. Viele leben in ihren Wohnungen einsamer, als ihnen lieb ist. Andere sind in Pflegeeinrichtungen, benötigen selbst Fürsorge. Und wieder andere sind schon gestorben – vielleicht fehlen sie morgen besonders. Der Muttertag kann auch schwer sein.
Konflikte zwischen Mutter und Kind: Erwartungen und Realität
Besonders, weil die Beziehung der Mutter zum Kind nicht immer konfliktfrei ist: Zu hohe Ansprüche, mangelnde Fürsorge, Bevormundung – Mütter können ihren Kindern auf so viele Art etwas schuldig bleiben, und die Kinder ihren Müttern ebenso. Mütter sind eben nicht die besseren Menschen. Sie sind so wie du und ich. Das festzuhalten ist wichtig, sonst wird der Muttertag schnell zu einem billigen Klischee.
Wie kann Muttertag trotzdem ein guter Tag sein?
Trotzdem macht es Sinn, morgen den Müttern besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Es kann eine Gelegenheit sein, Brüche zu kitten, Missverständnisse zu klären. Oder trotz allen Konflikten mit einer Geste auszudrücken: Wir bleiben verbunden. Immerhin geht es um den Menschen, dem ich das Leben verdanke, und zwar einzigartig, nicht austauschbar.
Biblische Perspektive auf Muttertag: Trost, Geborgenheit und Liebe
Als Leitfaden dafür kann ein Satz aus der Bibel dienen. Dort sagt Gott: „Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet“. (Jesaja 66,13) Trösten, Wärme und Geborgenheit schenken, darum geht es am Muttertag. Und das können alle, die eine Mutter haben.