Montag, Dienstag, Mittwoch, das ist ganz egal ...
Es gibt Montagsautos, mittwochs feiern wir Bergfest, das Freitagsgefühl lässt aufs Wochenende hoffen und manch einer ist vielleicht ein Sonntagsfahrer.
Kurz vor Ende der Weihnachtsferien habe ich unsere Sternsinger gefragt, ob sie sich wieder auf die Schule freuen. Nach einem einhelligen “Nein” relativieren sie ihre grundsätzliche Ablehnung. “Mittwochs ist der schlimmste Tag! Da haben wir Englisch und ich verstehe kein Wort! Sonst geht es eigentlich”, ergänzt ein Mädchen.
Der Traum vom Wochenende
Wenn ich so manchem Zeitgenossen zuhöre, scheint es keinen schlimmeren Wochentag als den Montag zu geben. Und das Glück liegt einzig und allein im freien Wochenende, dem wir bis mittwochs mittags nachtrauern und auf das wir uns dann ab Mittwochabend schon wieder freuen. Manchmal nervt mich das sehr, denn es bleibt der Eindruck, als sei das Leben in zwei Kategorien eingeteilt: Arbeiten ist schlecht und Glück wird nach der Menge unserer Freizeit bemessen.
Immer wieder sonntags
Verstehen Sie mich nicht falsch: Auch ich genieße meinen freien Tag und fahre gerne in den Urlaub. Allerdings gehe ich auch gerne arbeiten. Mich erfüllt mein Job als Gemeindereferentin und Seelsorgerin. Menschen zu begleiten, Projekte zu initiieren, Leute mit dem Glauben in Berührung zu bringen und Gottesdienste zu feiern. Für mich ist meine Arbeit wertvoll und sinnstiftend. Und selbst wenn ich damit beschäftigt bin, Tische und Stühle zu rücken oder Briefe zu versenden, kann ich darin ein Beziehungsgeschehen entdecken. Ich tue diese Dinge nicht für mich, sondern versuche anderen Räume zu bieten, die ihnen guttun und in denen sie einen Mehrwert für ihr Leben entdecken können.
Jesus und der Streit um den Sabbat
Die Bibel erzählt uns von einem Disput zwischen Jesus und den Pharisäern. Es geht dabei um den Sabbat und um das, was an diesem jüdischen Ruhetag erlaubt und was verboten ist. Für Jesus ist klar: “Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.” (Mk 2,27)
Ruhetage als Kraftquelle
Könnte es sein, dass wir gut daran tun, uns das auch mal wieder zu Herzen nehmen? Wir sind doch nicht dafür da, auf die Ruhetage hin zu leben, sondern die Ruhetage wollen uns dienlich sein, damit wir mit neuem Schwung unsere Montage, Dienstage, Mittwoche oder welchen Tag auch immer gut leben und sinnvoll gestalten können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Dienstag!