Junge Stimmen gegen das Vergessen
Jedes Jahr am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, gestalten Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule an meinem Wohnort eine öffentliche Veranstaltung. Im Mittelpunkt stehen die Redebeiträge der Jugendlichen.
Geschichte lebendig machen vor Ort
Eine neue Gruppe aus dem Geschichtskurs der Oberstufe übernimmt jedes Jahr die Vorbereitung. Sie recherchieren Lebensgeschichten von Jüdinnen und Juden aus unserer Stadt, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Sie nennen vertraute Straßennamen, Häuser, Orte – all das, was zu unserem Alltag gehört. Und sie sprechen auch über Menschenverachtung heute.
Warum Jugendliche Verantwortung übernehmen
Manche der jungen Leute sind nervös beim Vortrag. Der Saal ist immer voll und alle Blicke richten sich gespannt auf sie. Jessica erzählt hinterher: „Ich war nicht aufgeregt wegen des Vortrags. Ich habe eher befürchtet, dass wir von den Erwachsenen nicht ernst genommen würden. Als ich in der Schule davon hörte, wollte ich unbedingt mitmachen. Einfach, weil das Thema auch sehr viel Relevanz für heute hat.“
Gemeinschaft, Musik und Empathie im Gedenken
Matilda war im Oberstufenchor beteiligt. Erst hatte sie einen langweiligen Abend befürchtet, aber es kam anders: „Der Abend hat mich überrascht und sehr berührt. Ich bin beeindruckt von den Mitschülern. Was für eine Kraft die Reden hatten. Ich war total aufmerksam, denn es waren Jugendliche aus meinem Umfeld, die da gesprochen haben.“
Lernen von der jungen Generation – was bewegt sie?
So geht es mir auch. Ich lerne viel von den jungen Leuten. Sie klären auf. Sie zeigen, was passiert, wenn niemand Vorurteile hinterfragt. Und sie mahnen, wachsam zu sein. Menschlich zu bleiben und andere Menschen zu achten.
Gegen das Vergessen: eine Botschaft für die ganze Stadt
Heute werde ich wieder dabei sein, zuhören, lernen, mich berühren lassen. Denn diese Jugendlichen verdienen gehört zu werden. Nicht nur von den Mitschülern, Lehrkräften oder Eltern, sondern von der ganzen Stadt.