Hier bin ich
Ein Aufruf in einer Chatgruppe: Wer kann in der Kleiderkammer mitarbeiten? Kaum gepostet, kommt die Antwort: Hier bin ich. Ich helfe. Nicht irgendwann. Jetzt.
Warum ehrenamtliches Engagement unsere Gesellschaft trägt
Während ich das lese, denke ich an die vielen Situationen, in denen Menschen für andere da sind. An Ehrenamtliche. An Menschen, die zuhören, helfen und Verantwortung übernehmen. An alle, die ihre Zeit und ihre Kraft einsetzen, obwohl ihr eigenes Leben oft schon voll genug ist.
Manchmal ist das schön und erfüllend. Manchmal kostet es Kraft. Es gibt Tage, an denen vieles gelingt und Menschen zusammenfinden. Und es gibt Tage, an denen Konflikte, Erwartungen und volle Kalender die Freude am Engagement erschweren.
„Hier bin ich“: Die Bedeutung eines starken biblischen Satzes
Zwischen all dem steht dieser Satz: Hier bin ich. Diesen Satz sagte auch der Prophet Jesaja, als Gott fragte: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Jesaja antwortet: Hier bin ich. (Jesaja 6,8) Dieser Satz beeindruckt mich, weil er so entschlossen klingt.
Aber dieser Satz erzählt nicht zuerst vom Handeln. Bevor Jesaja antwortet, hört er. Er hört Gottes Stimme. Hören ist wichtig. Zuhören. Hinhören. Manchmal auch auf-hören. Wahrnehmen, was Menschen bewegt. Auf die Zwischentöne achten. Offen sein für das, was darunter und dahinter liegt.
Unser Alltag ist oft voll. Termine, Nachrichten und Verpflichtungen nehmen Raum ein. Umso wichtiger sind die Momente, in denen wir aufmerksam werden. Für andere Menschen. Für uns selbst. Für Gott.
Woher kommt die Kraft, Verantwortung zu übernehmen?
Bevor Jesaja sagt: „Hier bin ich“, erfährt er, dass er nicht alles allein tragen muss. Gott begleitet ihn. Vielleicht liegt darin auch die Kraft dieses uralten Satzes. Er erinnert daran, da zu sein. Für andere. Für die Aufgaben, die uns anvertraut sind. Für das Leben, das gerade vor uns liegt.
Nicht immer stark, aber berührt. Nicht allein, aber verbunden. Nicht perfekt, aber präsent und da.