Gemeinsam statt nebeneinander
Ein schlichter Zettel in unserem Briefkasten mit einer Einladung und einem Rückmeldeabschnitt, wie beim Elternbrief früher in der Schule. Die Absender waren ein paar Nachbarsfamilien in unserer Straße. Sie hatten im letzten Sommer die Idee für ein Straßenfest ausgeheckt.
Eine Einladung, die etwas bewegt
Das Prinzip war simpel: Auf privaten Stellplätzen sollten an einem Sonntagnachmittag ein paar Bänke und Tische aufgebaut werden. Alle könnten etwas zum Essen beisteuern, Getränke würde es gegen Spende geben. Becher oder Gläser bitte selbst mitbringen. Für meine Familie und mich stand fest: Wir gehen dahin. Wir waren einfach neugierig, wer sich hinter den anderen Haustüren verbirgt.
Gemeinschaft erleben am Sonntagnachmittag
Und dann kam der Sonntag. Das Wetter spielte mit und es war einfach schön. Ein gut bestücktes Büfett mit Kuchen und Häppchen, angeregte Gespräche an den Stehtischen. Freundliche Gartenzaungespräche mit einem Getränk in der Hand. Am Ende blieb das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, von der man nicht wusste, dass sie existiert.
Wo entsteht echte Gemeinschaft?
Ich musste an einen Satz denken, dessen Herkunft ich nicht mehr weiß: „Gemeinschaft entsteht da, wo Menschen mehr tun, als sie müssen.“ Die Ideengeber hätten das nicht machen müssen. Ihr Alltag mit Beruf und kleinen Kindern ist auch so turbulent genug. Aber offensichtlich wollten sie so einen Ort der Begegnung schaffen.
Mehr tun, als man muss – warum lohnt sich das?
Sie haben damit uns allen gutgetan. Manche wohnen schon länger hier, doch im Alltag bleibt man meistens für sich. Seit dem Fest ist es beim Gang durch die Straße irgendwie anders. Man grüßt sich und lächelt sich zu. Die Initiative hätte auch ins Leere laufen können. Aber so war es nicht.
Ein Stein kommt ins Rollen
Jemand musste den Stein ins Rollen bringen. Einen Schritt mehr tun, als unbedingt nötig. Ich lass mich davon gerne anstecken: Einmal mehr Zeit verschenken. Einmal mehr auf Andere zugehen.