Sozial und gerecht
Im Moment erscheint mir die Welt so, also würde immer mehr der Spruch gelten: „Haste was, dann biste was“. Immer mehr Vermögen ist auf immer weniger Menschen verteilt. Und die machen Druck. Auf Staaten, auf Regierungen, oder sie sitzen selbst in Regierungen. Geld, viel Geld ist die Eintrittskarte zu Macht und Einfluss in den Gesellschaften. Tech-Milliardäre stecken weltweit ihre Felder ab, machen Meinung über Social Media und Zeitungen. Dabei versuchen sie, ganze Staaten nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Überall auf der Welt scheint es so, dass die Armen, aber auch Otto-Normalverbraucher immer mehr an den Rand gedrängt werden. Dass sie zu Marionetten in einem großen Monopolyspiel werden. Soziale Gerechtigkeit scheint global immer mehr aus dem Blick zu geraten. Das birgt sozialen Sprengstoff und das macht mir Sorgen.
Der heutige „Tag der sozialen Gerechtigkeit“ ist so aktuell wie nie zuvor
Darum freue ich mich über den heutigen Tag. Heute ist nämlich der Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Die Vereinten Nationen haben ihn im Jahr 2009 ausgerufen. Er soll in jedem Jahr am 20. Februar besonders auf soziale Ungerechtigkeit weltweit aufmerksam machen. Was gerecht oder ungerecht ist, das empfinden wir in der Gesellschaft unterschiedlich. Aber es gibt Kriterien. Die Verteilung des Vermögens zum Beispiel. Die Bildungschancen, das Risiko in Armut zu geraten, oder der Zugang zum Gesundheitswesen und zum Arbeitsmarkt. Dieser Aktionstag scheint mir so aktuell und wichtig wie nie zuvor.
Der christliche Glaube sagt: Alle Menschen sollen frei und in Würde leben
Mein christlicher Glaube sagt mir: Jeder Mensch ist von Gott geschaffen und von ihm gewollt. Alle Menschen haben deshalb die gleiche Würde. Und das bedeutet: Alle haben ein Recht auf gleiche Chancen. Es gibt Politikerinnen und Politiker, die sich das auf ihre Fahnen schreiben. Und meine Kirche kann und darf sich noch mehr in die gesellschaftliche Diskussion einbringen, in der es auch bei uns in Deutschland ums Sparen und den Abbau des Sozialstaats geht. Und auch ich will in den Gesprächen in meinem Umfeld dieses christliche Menschenbild hochhalten. Alle Menschen sollen frei und gleich in Würde leben können.