hr1 ZUSPRUCH
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Wörsdörfer, Andreas

Eine Sendung von
Andreas Wörsdörfer,
Pastoralreferent, Katholische Pfarrei Dom St. Bartholomäus, Frankfurt am Main

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Es wird noch heißer

Die Hitze ist zurzeit das Thema Nummer eins. Ein neuer Rekord ist für das Wochenende angekündigt. 40 Grad am Oberrhein und im Rhein-Main-Gebiet. Am Dienstag schon war Frankfurt die heißeste Stadt Deutschlands. 
Autor Andreas Wörsdörfer von der katholischen Kirche meint im hr1 Zuspruch: Wir als einzelne können etwas tun, aber viel mehr muss von Staaten und Regierungen weltweit getan werden, um das Klima zu schützen.

„36 Grad und es wird noch heißer…“ Ein Ohrwurm, den ich gerade dauernd im Kopf habe. Das Elektropopduo 2raumwohnung hat ihn im Jahr 2007 aufgenommen. Es wird immer heißer. Also, wie kommen wir durch das Wochenende? Es gibt sie ja, die Tipps gegen die Sommerhitze. Und ich versuche so viel wie möglich umzusetzen. Tagsüber alle Rollläden runter und die Fenster zu. Gelüftet wird nachts. Fruchtschorlen und kalte Tees begleiten mich als Getränke. Joggen oder Spazierengehen frühmorgens oder abends. Das machen jetzt gefühlt alle: Die Frankfurter Parks und Straßen sind spätabends rappelvoll. Und wenn ich doch tagsüber in die Stadt muss, dann ist ein Weg immer auch in den Frankfurter Dom. Die Kühle und die Ruhe tun gut. Ich sitze hier und stöhn über die grässliche Hitze. Dabei denk ich: Das ist natürlich im Vergleich trotzdem nicht so schlimm wie das, was andere auf dieser Welt zu ertragen haben: noch mehr Hitze oder das furchtbare Erdbeben in Venezuela.

Auch die Natur braucht unsere Hilfe

Auch vor der Haustür gibt es Menschen, die diese Hitze schlechter wegstecken als ich, Kranke und Alte zum Beispiel. Ich rufe gerade häufiger meine über 90jährige Mutter an, um zu hören, wie es ihr geht, ob sie genug trinkt. Freunde von mir fragen jetzt immer wieder bei den Nachbarn nach, ob alles ok ist oder ob sie etwas brauchen. Und auch die Natur braucht unsere Hilfe. Eine Vogeltränke habe ich im Garten aufgestellt. 

Ein Tropfen auf dem heißen Stein

All das ist akut wichtig. All das ist aber auch ein Herumdoktorn an den Symptomen und im wahrsten Sinne der Tropfen auf den heißen Stein. Ich hoffe drauf, dass diese heißen Tage den Politiker:innen klarmachen: Wir müssen noch viel mehr tun in dieser Klimakrise! Unsere Welt ist ohne Klimaschutz nicht zu retten. Wir haben Einfluss darauf, wie die Temperaturen auf der Welt sich weiterentwickeln – mit der großen Politik, aber auch mit dem, was ich als Einzelner tue. Ich jedenfalls hab mir bei dieser Hitze vorgenommen: noch konsequenter klimafreundlich unterwegs sein, zu Fuß und mit dem Fahrrad zum Beispiel.

Mein Ohrwurm bleibt und ich hoffe, dass es nicht in Zukunft heißt: „40 Grad und es wird noch heißer…“