Demokratie-Kioske
Anmoderation: Frankfurt ist seit diesem Jahr World Design Capital, also Welthauptstadt des Designs. Da geht es aber nicht um Design von Toastern oder Klamotten, es geht darum, wie wir unser demokratisches Zusammenleben gestalten. Pastoralreferentin Verena Maria Kitz erzählt im hr1 Zuspruch von den Demokratie-Kiosken und warum die für sie wichtige Orte für unser Zusammenleben sind.
In Frankfurt heißen sie oft Wasserhäuschen – die kleinen Kioske, die fast rund um die Uhr das haben, was man so braucht: Getränke, Zeitungen, Zigaretten, manchmal sogar noch einzelne Lutscher oder Gummifrösche wie in meiner Kinderzeit. Seit Anfang Mai sind 13 Kioske in Frankfurt und der Rhein-Main-Region noch mehr: Sie verwandeln sich in sogenannte „Demokratie-Kioske“, als Teil des Programms der Frankfurt World Design Capital 2026.*
Miteinander reden: Wie wollen wir zusammenleben?
Bis zum September sind diese Kioske nämlich auch Treffpunkte für Leute aus allen Altersgruppen und Herkünften. Da können sie sich treffen zum Reden, aber auch, um zusammen etwas zu gestalten, zu so wichtigen Fragen wie: Was bedeutet mir Demokratie? Oder: Wie wollen wir zusammenleben? Aber nicht so theoretisch. An den Kiosken gibt es kreative Möglichkeiten, wo viele mitmachen und zusammen etwas ausprobieren können.
Rico und der “Heartbeat-Bus”
Rico ist einer von den Künstlern, die bei den „Demokratie-Kiosken“ einladen zum Mitgestalten, besonders junge Leute. Die haben ja oft keine Orte und kaum Geld. Ich habe Rico vor ein paar Jahren kennengelernt. Er und sein Team haben den „Heartbeat-Bus“, das ist ein mobiles Tonstudio. Damit kommen sie zu den Kiosken und machen die Straße zur Bühne. Da gibt es ein offenes Mikro, Jugendliche können eigene Texte schreiben und sie rappen. Und sie hören sich zu – und lernen, sich mit verschiedenen Meinungen auseinanderzusetzen.
Räume für Respekt
Das braucht Mut. Dafür geben die „Demokratie-Kioske“ einen geschützten Rahmen. Und sie helfen dabei, das zu lernen: sich auszudrücken und aufeinander zu hören. Ich als Kirchenfrau finde das total klasse – und ich wünsche mir, dass wir auch unsere Kirchen und Räume noch mehr so nutzen: Als Orte, an denen sich ganz verschiedene Menschen treffen können, sich mit Respekt behandeln und ernst nehmen, auch wenn es unterschiedliche Meinungen gibt.
Mut für Begegnung und Demokratie
In Würzburg beim Katholikentag gibt es bis morgen auch noch Gelegenheit zu solchen Begegnungen, das Motto macht das deutlich: „Hab Mut, steh auf!“ Ob beim Katholikentag oder bei den „Demokratie-Kiosken“: Wir brauchen solche Orte und wir brauchen viele Menschen mit Mut. Menschen, die aufstehen, zusammenkommen und einstehen für das, was unser Zusammenleben braucht.
*Info und Link: Die Demokratie-Kioske im Rahmen der World Design Capital 2026 sind ein Projekt von „lust auf besser leben“.