Bleibendes Zuhause
Eines Tages ist es so weit, das haben wir immer gewusst. Wir ziehen um. Wir verlassen das Haus, in dem wir über zwanzig Jahre zuhause waren, in dem unsere Kinder groß geworden sind.
Abschied vom vertrauten Haus: Ein großer Schritt
In diesem Haus kenne ich alle Details: Ich weiß, dass die Schlafzimmertür im Sommer klemmt und in welcher Schublade das Nudelholz liegt. Ich kenne den Notschalter für die Heizung und finde mich auch im Dunkeln zurecht. So lange unter demselben Dach zuhause zu sein, zu wissen, wo man hingehört und sicher ist, das ist ein gutes, tragendes Gefühl. Darin können Menschen wachsen. Während die neue Wohnung für uns gestrichen und vorbereitet wird, fangen wir an, unsere Sachen zu packen. Was mit kann, wandert in Kartons. Für die Schränke, das Sofa und den Esszimmertisch haben wir im neuen Zuhause schon einen Platz ausgesucht.
Gibt es Tage ohne Zuhause?
Dabei merke ich: Es wird ein paar Tage geben, in denen wir nirgendwo zuhause sind. Nicht mehr hier und noch nicht dort. Gibt‘s ein zuhause, wenn meins gerade abhandengekommen ist? Ich glaube schon. Wenn das Leben im Wandel ist – und ich trotzdem irgendwo ankommen möchte, finde ich das Ankommen manchmal an einem ganz anderen Ort. Was ich meine, erleben viele, wenn sie in einer Kirche sind, zum Gottesdienst oder im Urlaub als Besucher:innen. Groß und hell öffnen viele Kirchenräume die Sinne für Gottes Haus. Ein Gebet in der Bibel geht so: „Mein Platz ist im Haus Gottes. Dort möchte ich mein Leben lang sein." (Psalm 23,6)
Gottes Haus: Mehr als ein Gebäude
Gottes Haus ist mehr als nur das große, schöne Gebäude. Es ist ein Ort, an dem ich bleiben kann und immer willkommen bin. Ein großes Zuhause, das mich trägt, egal wohin das Leben mich sonst führt. Gerade jetzt, im Umzugsdurcheinander, tut mir dieser Gedanke gut. So bleibe ich zuhause, auch während in der alten Wohnung alles durcheinander ist - und in der neuen auch.