Sei nicht so neugierig
„Sei nicht so neugierig!“. Wie oft habe ich als Kind diesen Satz gehört. Heute, Jahrzehnte später, kann ich mich immer noch daran erinnern. Offensichtlich habe ich als Kind viele Fragen gestellt. Weil ich es wissen wollte: Wie funktioniert eine Waschmaschine? – zum Beispiel. Oder: Wie kommen die Kinder auf die Welt? Warum sind manche Menschen so seltsam?
Einfach wissbegierig auf Neues sein
Obwohl der Satz „Sei nicht so neugierig!“ reichlich ausgeteilt wurde, wollte ich trotzdem immer mehr wissen. Und irgendwann habe ich dann auch begriffen, dass neu-gierig sein was ganz Positives ist, nämlich gierig auf Neues zu sein. Oder mit einem anderen Wort ausgedrückt: wissbegierig.
Begegnungen mit Menschen haben mich interessiert
Bald habe ich gemerkt, dass nicht nur technische Zusammenhänge oder naturwissenschaftliche Gesetze mich interessieren. Die Begegnungen mit Menschen haben mich interessiert. Schon als Jugendlicher hatte ich viele Gelegenheiten dazu. Ich habe ich mich als Leiter einer Jugendgruppe und dann auch auf Verbandsebene engagiert. Da habe ich viele Menschen kennengelernt und viele interessante Gespräche geführt.
Das fand ich wirklich mutig
Was bewegt Menschen, ihr Leben so zu gestalten? Wie sind sie so geworden, wie ich sie gerade erlebe? Was ist dir in deinem Leben besonders wichtig? Das waren einige Fragen, die mich bewegt und interessiert haben. In meinen Aufgaben als Seelsorger habe ich ganz viele Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen erlebt. Ganz besonders eindrucksvoll sind mir Gespräche mit einem jungen Juden in Erinnerung. Er ist hier in Deutschland geboren. Seine Eltern haben ihren Glauben an ihn weitergegeben. Aber nun war er mit Anfang zwanzig dabei, herauszufinden, wie er seinen Glauben im Alltag leben kann. Dabei hat er Traditionen übernommen, aber auch eigene Akzente gesetzt. Das fand ich wirklich mutig. Ich merke, ich bin auch heute noch neu-gierig und freue mich auf Begegnungen mit interessanten Menschen.