hr1 ZUSPRUCH
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Arnold-Rammé, Pia

Eine Sendung von

katholische Pastoralreferentin im Ruhestand, Frankfurt

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Bildquelle: Pixabay

Hoffnung in schweren Zeiten

Ich finde: wir leben in anstrengenden Zeiten. Wenn ich die Zeitung aufschlage oder Nachrichten schaue, dann verliere ich oft die Lust, mich weiter damit zu befassen. In der Welt ist so viel Krieg und Gewalt. 

Aber auch bei uns habe ich das Gefühl, dass sich vieles zum Schlechten verändert: der gesellschaftliche Zusammenhalt geht verloren, Solidarität ist ein Fremdwort und die Demokratie ist in Gefahr. Mit all dem möchte ich mich am liebsten nicht befassen. Das lässt mich ratlos und hoffnungslos zurück. Was hilft mir da?

Manchmal hilft ein Blick in die Bibel

Heute ist das zum Beispiel ein Blick in die Bibel.

Da heißt es beim Profeten Jesaja: „Ich werde über Jerusalem jubeln... Nicht mehr hört man dort lautes Weinen und Klagegeschrei. 

Es wird dort keinen Säugling mehr geben, der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, der seine Tage nicht erfüllt…Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden Weinberge pflanzen und selbst deren Früchte genießen.“ (Jesaja 65,19-21)

Da kann man natürlich sagen: was soll so ein uralter Text aus der Bibel? Was hilft mir das heute? Außerdem scheint ja damals alles viel besser gewesen zu sein. Kein Wunder, dass sie dann jubeln können.

Kriege gab es schon immer

Doch das trifft keineswegs zu. Auch damals gab es Kriege. Das Volk der Israeliten war aus seinem Land vertrieben, musste im Exil in Babylon leben, unter schwierigsten Bedingungen. 

Jesaja schrieb also für Menschen, die traurig und hoffnungslos waren. Die ihre Heimat vermissten, die Familie und Freunde im Krieg verloren hatten. Sie sehnten sich zurück nach ihrer Heimat, nach Jerusalem, nach ihren Häusern und Weinbergen, die sie zurücklassen mussten. 

Den Mut nicht verlieren

Der Profet Jesaja will ihnen mit diesem Text Hoffnung machen. Er ist sich sicher: Es wird nicht immer so schlimm bleiben! Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen!. Und er hatte auch damals schon recht: das Volk Israel konnte nach Jerusalem zurückkehren und dort ein neues Leben beginnen. 

Mir macht das Hoffnung, auch für schwere Zeiten heute. Verlier den Mut nicht, sagen sie mir. Auch wenn momentan vieles eher hoffnungslos aussieht: bleib hoffnungsvoll!