hr1 ZUSPRUCH
hr1
Clausing, Mareike

Eine Sendung von

Evangelische Pfarrerin, Christus-Gemeinde Dietzenbach

00:00
00:00
Eine Frau hält eine brennende Wunderkerze in der Hand. Die Funken sprühen hervor und erzeugen ein festliches Licht. Der Hintergrund zeigt einen dämmerigen Himmel über Wasser, was eine stimmungsvolle Atmosphäre schafft.

13 Wünsche vor Mitternacht

„Zwischen den Jahren“: Übergangs-Zeit - von „immer noch“ zu „noch nicht“. Zwischen altem Jahr und Neuanfang. Für mich ist es eine besondere Zeit. Oft ist es ein bisschen stiller. Ich atme durch, räume auf - auch innerlich: Was war eigentlich alles los im bald vergangenen Jahr?

Persönliches Jahresritual – zwei Briefe an mich selbst

Seit ein paar Jahren habe ich dazu ein Ritual: Ich schreibe zwei Briefe an mich selbst. In den ersten kommt alles, was schön war. Was ich mitnehme ins nächste Jahr. Was gelungen ist - geplant oder unverhofft. Das kleine und große Glück. Meine Tochter, wie sie lacht und fröhlich ist und unsere heiteren Gartenfeste. In den zweiten Brief schreibe ich das, was schwer war und traurig. Was ich hinter mir lassen möchte. Kräftezehrende Phasen im Job, Abschied nehmen von Menschen, die gestorben sind.

Rückblick mit Herz – warum dieses Ritual guttut

Diese beiden Briefe: Das tut mir gut. Ich schaue auf mich und mein Leben. Ich nehme ernst, was alles war. Und sehe: Das alles gehört zu mir. Dieses Ritual ist mein ehrlicher Rückblick auf das Jahr.

Alte Bräuche neu entdecken – was sind die Rauhnächte?

In diesem Jahr will ich aber noch etwas Neues probieren - ein traditioneller Brauch aus den Rauhnächten, also genau dieser Zeit zwischen den Jahren. Es ist der Brauch der Dreizehn Wünsche. Auf dreizehn Zettel schreibe ich je einen Wunsch. Zwölf Zettel werden gezogen und verbrannt, den letzten nehme ich mit ins neue Jahr: Für den bin ich selbst verantwortlich, dass er in Erfüllung geht.

Gemeinschaft und Verbundenheit an Silvester

Heute an Silvester feiern wir mit Freundinnen und Freunden. Da wollen wir es ausprobieren. Dazu wird es wie immer selbstgemachte Reibekuchen geben, draußen am Feuer. Manche Wünsche werden wir teilen, laut oder flüsternd. Andere behalten wir für uns. Und auch meinen Brief mit dem Schweren werfe ich ins Feuer. Als Zeichen für das, was ich hinter mir lassen will.

Loslassen und Neuanfang – was bleibt und was geht?

Ich bin gespannt, wie das wird. Was mir daran gut gefällt: Wir überfordern uns nicht mit zu vielen Wünschen und Plänen für das neue Jahr. Wir lassen los, was schwer war. Und nehmen das Gute mit.

Segen für das neue Jahr

Ich glaube, Gott segnet beides: was wir hinter uns lassen und was vor uns liegt. Das wünsche ich jedenfalls uns allen - und einen guten Rutsch in das neue Jahr!