Leonhard Cohen: Suzanne – ‚Die Balance zwischen Sex und Seele’
Mich begleitet der Gesang von Leonhard Cohen seit meiner Jugend. Lieder voller Melancholie und Geheimnis. Gerade auch wo sie sich, wie in dieser Sommerreihe, um die Liebe drehen. Der berühmte Song „Suzanne“ brachte ihm einst den Durchbruch. Um seinem rätselhaften Inhalt auf die Spur zu kommen, suche ich – in Gedanken - das Gespräch mit dem Sänger… Vielleicht bleibt es aber auch mehr ein Selbstgespräch…
Deine Sehnsucht nach Liebe, Glück und Sinn
Du bist auf der Suche nach dem Leben, nach der Liebe, dem Glück und Sinn. Ein ganzes Leben lang suchst du schon. Hast so vieles ausprobiert und bist darin sachte ermüdet: die Lust, der Rausch, was die Körper so hergeben. Was dir halt so möglich war an Liebe und an Sinn. Darüber ist deine Stimme rau und heiser geworden, dein Ton melancholisch. Aber deine Sehnsucht hat noch nichts von ihrer Kraft verloren. Du kennst den faden Nachgeschmack des zu schnellen Abenteuers und würdest dich wahrscheinlich doch wieder darauf einlassen, wenn diese außergewöhnliche Frau vor deinen Augen dich ließe. Das ist ihre Magie, dass diesmal nicht du die Regeln bestimmst, sondern sie. Und sie nimmt dich mit an ihren geheimen Ort unten am Fluss, wo man die Signale der vorbeiziehenden Schiffe hört. Die ganze Nacht verbringt ihr dort. Und du hängst an ihren Lippen, auch ohne Küsse…
Musik 1: Suzanne takes you down
Suzanne takes you down to her place near the river
You can hear the boats go by
You can spend the night beside her
And you know, she's half crazy
It's why you want to be there
She feeds you tea and oranges
That come all the way from China
And just when you mean to tell her
You have no love to give her
She gets you on her wavelength
And she lets the river answer
You've always been her lover
And you want to travel with her
And you want to travel blind
And know she will trust you
For you've touched her perfect body with your mind
Suzanne nimmt dich mit hinunter an ihren Lieblingsplatz nahe beim Fluss
Du hörst dort die Schiffe vorbeifahren,
und kannst die ganze Nacht an ihrer Seite sein
Und du weißt, sie ist ein bisschen verrückt
gerade deshalb willst du bleiben
sie hat Tee und Mandarinen für dich
die weither aus China kommen
Und als du ihr endlich sagen willst
dass du keine Liebe in dir hast,
die du ihr geben könntest,
da holt sie dich auf ihre gleiche Wellenlänge
und lässt den Fluss antworten
du seiest schon immer ihr Geliebter.
Und du möchtest mit ihr fortziehen
und würdest ihr blindlings folgen.
Und du weißt, sie wird dir vertrauen,
denn du hast ihren makellosen Körper
nur in Gedanken berührt .
Sie lässt den Fluss auf seine Fragen antworten
Ja, Leonhard, so stelle ich es mir vor, du und Suzanne. Und du willst ihr sagen, dass du bis heute die Liebe nicht wirklich kennst und ihr also nichts zu geben hast. Sie aber bringt dich auf ihre Wellenlänge. Und sie lässt den Fluss antworten: Du seist doch schon immer ihr Geliebter gewesen. Und du wünschtest, diese Reise würde nie enden. Du magst dich ihr blindlings anvertrauen, so wie sie dir in dieser Nacht vertraut. Da war das Begehren in deinen Augen, aber es ist eine ganz andere Berührung daraus geworden. „For you’ve touched her perfect body with your mind…“
Im Gespräch mit Leonhard. Und ich merke schnell, der Mann, der hier singt, hat mehr mit mir zu tun, als mir vielleicht recht ist. Lieder wie dieses haben in den siebziger Jahren die Schritte meiner wilden Verzagtheit ins eigene Liebesleben begleitet, haben irgendwie den Rhythmus vorgegeben. Schmuseblues haben wir auf dieses Lied getanzt, Annäherung gesucht, auf „Tuchfühlung“. Und in dem Lied taucht ein Thema auf, das ich gut kenne: die schwierige Balance zwischen Sex und Seele. Und die Frage, in welcher realen Mixtur beide zusammen die große, echte, die „wahre“ Liebe ermöglichen.
Suzanne war eine Tänzerin aus Montreal
Ich würde gerne mit Leonhard noch weiter darüber sprechen. Suzanne ist echt. Suzanne Verdal, Mitte der 60er Jahre eine junge Tänzerin aus Montreal, die mit einem Freund von Leonhard Cohen liiert war. Sie erinnert sich in einem Interview 2011 nur an einige kurze, eher oberflächliche Begegnungen mit Cohen. Er hat seinen Gefühlen das Denkmal dieses Liedes gesetzt, das Popgeschichte geschrieben hat.
Hat er, der offensichtlich Begehrende, die besungene Herzdame nur nicht rumgekriegt und preist nun im Gedicht die platonische Liebe? Vielleicht, weil er seine Niederlage kaschieren will? Ist es also nur die Hymne des unfreiwilligen Softies oder ist es tiefere Einsicht in die Liebe und das Spiel der Geschlechter?
Im Gespräch mit Leonhard. Doch ehe ich ihn näher befragen kann, ob er die Liebe und ihre weibliche Seelenseite hier nicht doch etwas überschätzt, hebt er sein Liebeslied auf die nächste Bildebene und wird religiös:
Musik 2: Jesus was a sailor
Jesus was a sailor
When He walked upon the water
And He spent a long time watching
From His lonely wooden tower
And when He knew for certain
Only drowning men could see Him
He said, "All men will be sailors then
Until the sea shall free them"
But He, Himself was broken
Long before the sky would open
Forsaken, almost human
He sank beneath your wisdom like a stone
Jesus war ein Seemann
als er auf dem Wasser ging
Und lange Zeit hielt er Ausschau
auf seinem einsamen Kreuz-Turm aus Holz
Und als ihm klar wurde
dass nur Ertrinkende ihn erkennen können
sprach er: Alle Menschen werden Seeleute sein
bis einst das Meer sie erlösen wird
Doch er selbst war schon gebrochen
lange bevor sich der Himmel öffnete
verachtet, bar alles Göttlichen
versank er in deiner Weisheit wie ein Stein.
Oh, Leonhard! Ich dachte, wir reden über die Liebe zwischen Mann und Frau und die schwierige Balance zwischen Sex und Seele. Was kommst du mir da jetzt mit Jesus! Nur weil ich Theologe bin?
Doch halt. Der Jesusbezug wirft schon auch ein Licht zurück auf den ersten Teil des Liedes: Vielleicht doch kein unfreiwilliger Softie, sondern Sanftheit und seelische Nähe als klares Programm für eine viel umfassendere Vorstellung von der Liebe. Wenn ich dich richtig verstehe, ordnest du auch die Geschlechterliebe, damit sie gelingen kann, unter diese fundamentalen Bilder und Motive, die den ganzen Song durchziehen: Liebe heißt, jemanden zu finden, dem man sich ganz und für immer anvertrauen kann. Am liebsten für die gesamte Lebensreise. Im Refrain taucht sie immer wieder auf, diese Sehnsucht, jemandem „blind“ vertrauen zu können. Und ich spüre, das meint es etwas Tieferes als das eher naive „Liebe macht blind“.
Musik 3: And you want to travel with her
And you want to travel with him
You want to travel blind
And you think maybe you'll trust him
For he's touched your perfect body with his mind
Und du willst mit ihm ziehen
und würdest ihm blindlings folgen
und wahrscheinlich würdest du ihm vertrauen
denn er berührte deinen makellosen Körper
mit seinem Geist.
Die Liebe hält uns über Wasser
Und tatsächlich berührt es mich, wie du, Leonhard, der Enkel eines jüdischen Rabbis, mir Jesus als großen Liebenden vor Augen stellst. Jesus läuft über das Wasser. Deine Deutung: Es ist die Liebe, die uns durch die Stürme trägt und über Wasser hält. Und nur wer mit seiner Existenz, mit seiner Liebes- und Glückssehnsucht am Ersaufen und am Untergehen, also am Verzweifeln ist, der könne, so schildert es dein Song, das wahre Wesen Jesu erkennen. Und ich ergänze: und die ihm innewohnende Kraft der Liebe Gottes.
Musik 4: Only drowning men could see Him…
And when He knew for certain
Only drowning men could see Him
Und als ihm klar wurde
dass nur Ertrinkende ihn erkennen können
Solange Petrus Jesus vertraut, kann er wie Jesus auf dem Wasser gehen
Es ist spannend, mit einem solchen Gedankenhorizont tatsächlich einmal auf die biblische Geschichte zu schauen, auf die Leonhard Cohen hier anspielt (Matthäus 14,22-33):
Die Jünger sind nachts alleine mit dem Boot auf dem See. Sie haben Gegenwind und darum mächtig Angst. Jesus kommt ihnen über das Wasser laufend entgegen. Sie ängstigen sich noch mehr. Er versucht, sie zu beruhigen. Aber nicht nur, dass Jesus vom Wasser getragen wird. Solange sein Jünger Petrus ihm vertraut, kann auch er Jesus auf dem Wasser entgegen gehen. Erst als sein Zweifel stärker wird als das Vertrauen: „Es kann ja gar nicht sein, dass das Wasser mich trägt!“, da beginnt er zu versinken. Da geht er unter wie ein Stein. Jesus muss den Ertrinkenden retten.
Danke, Leonhard. Du legst mir nahe, dass es in dieser Jesusparabel gar nicht um ein Naturwunder und physikalische Schwerkraft geht. Es geht um „seelische Schwerkraft“ und um die Frage, ob die Liebe uns trägt oder ob wir an ihr verzweifeln und untergehen.
Und in dieser Frage hast du, Leonhard, deiner innig besungenen Suzanne und den Frauen überhaupt stets mehr zugetraut, als dir selbst und uns Männern. Es ist schon ein gutes Stück Idealisierung, wie in deiner Vorstellung von der Liebe die Bilder des Weiblichen und des Religiösen miteinander verschmelzen.
Und dann kommt Maria, die Mutter Jesu, ins Spiel
Zunächst lässt du Suzanne wieder auftauchen. Sie trägt jetzt Altkleider von der Heilsarmee und einen Federschmuck. Ganz Sechzigerjahreidyll: halb Hippie, halb indianische Seele. Sie führt uns wieder hinunter zum Fluss und lenkt dort unseren Blick auf das Wesentliche. Aber Achtung, jetzt lässt du, Leonhard, die Perspektive verschwimmen. In einem Atemzug mit Suzanne bringst du nun – nachdem wir vorhin schon Jesus hatten - fast unmerklich, aber doch deutlich auch noch Maria, seine Mutter, ins Spiel. Sie ist gemeint mit deiner Metapher von „our lady of the harbour“, „unsere Frau über dem Hafen“…
Musik 5: Suzanne takes your hand now
Suzanne takes your hand now
And she leads you to the river
She is wearing rags and feathers
From Salvation Army counters
And the sun pours down like honey
On our, our lady of the harbor
She shows you where to look
Among the garbage and the flowers
There are heroes in the seaweed
There are children in the morning
They are leaning out for love
And they will lean that way forever
Jetzt nimmt Suzanne deine Hand
und sie führt dich zum Fluss
sie trägt Lumpenzeug und Federn
aus den Beständen der Heilsarmee
Wie Honig umfließt der Sonne Licht
die Madonna, die über unserem Hafen wacht
Sie lenkt deinen Blick
unter all dem Abfall und den Blumen
auf die Helden im Seegras
auf die Kinder der Morgenröte
sie recken sich der Liebe entgegen
und strecken sich fortwährend nach ihr aus
Die Kirche Notre-Dame-de-Bon-Secours, Kirche unserer Frau der guten Rettung, auch Seefahrer-Kirche genannt, liegt über dem Hafen von Montreal am Sankt-Lorenz-Strom. Auch sie ist ein reales Moment deiner Suzanne-Geschichte, Leonhard. Wahrscheinlich seid ihr dort spazieren gegangen. Im Song lässt du Suzanne und „our lady oft the harbour“ jetzt zu einer Figur verschmelzen. Sie öffnet dem Sänger die Augen, um zwischen all dem Müll und den Seegras-(Ver-)Schlingpflanzen die wahren Helden und die „Kinder des Morgens“ zu entdecken. Die „children in the morning“ stehen für mich für den unschuldigen, unverdorbenen Menschen. An der deutschen Übersetzung „Kinder des Morgens“ gefällt mir, wie „der“ Morgen für den Anfang und „das“ Morgen für die Zukunft hier in eins fallen. Und wer sind sie, die „wahren Helden“ und die „Kinder des Morgens“? Es sind die, die sich mit ihrer ganzen Existenz und für immer nach der Liebe ausstrecken, „leaning out for love“.
Sind wir Männer weniger liebesfähig?
Und ja, Leonhard, ich mag dir darin durchaus folgen, dass Jesus und seine Mutter und viele „Suzannes“ dafür besonders gute Beispiele sind. Du hältst dich selbst und uns Männer für weniger liebesfähig. Das hast du schon in der ersten Strophe und in vielen weiteren Liedern zum Ausdruck gebracht. Manches daran mag schon stimmen. Besonders in der Gewichtung zwischen Sex und Seele, wenn Männer sich zuweilen mehr „unterleibsgesteuert“ als „herzenszentriert“ erweisen. Ich liebe deinen Suzanne-Song aber auch gerade deswegen so sehr, Leonhard, weil ich für mich und meine Liebesfähigkeit doch nicht so pessimistisch bin:
Musik 6: And you want to travel with her…
And you want to travel with her
You want to travel blind
And you know that you can trust her
For she's touched your perfect body with her mind
Und du willst mit ihr ziehen
willst ihr blindlings folgen
und du weißt, du kannst ihr vertrauen
denn sie inspirierte deinen perfekten Körper mit ihrem Geist
„Auch ich will ein Mitreisender der Liebe sein, möchte ihr blindlings folgen. Und ich weiß, dass ich ihr vertrauen kann, denn sie hat auch für mich alles noch so perfekt Körperliche angerührt mit ihrer seelischen Kraft!“
Anhang:
Sowohl die grenzwertige Länge für den Radiobeitrag, als auch die mangelnde Quellenlage ließ mich die Zeile im Schlussteil des Liedes „While Suzanne holds the mirror“ („während Suzanne den Spiegel hält“) übergehen. Ob sie uns den Spiegel vorhält, damit wir (Männer) uns selbst erkennen oder ob sie sich den Spiegel vorhält, was aber als narzisstische Geste nicht zum Rest passen würde, das bleibt für mich offen.
Höchst interessant ist für mich auch, dass Cohen als Enkel eines jüdischen Rabbis den alttestamentlichen Namen Susanna für seine Protagonistin wählt. Natürlich geht es ja um die konkrete Person, Suzanne Verdal. Aber im Bibel-Buch Daniel, das teilweise als apokryph (außerbiblisch) gilt, während es katholische Bibelwissenschaftler zum Kernbestand zählen, passiert unter dem Motiv „Susanna im Bade“ genau jenes Drama der „männlichen Balance zwischen Sex und Seele“, das Cohen für mich in seinem Liebeslied thematisiert. Die ihren Mann treu liebende Susanna wird von zwei ältlichen Lüstlingen, obendrein auch noch beide Richter, beim Baden beobachtet und soll erpresserisch zum Sex mit ihnen gezwungen werden. Als sie standhaft widersteht, verleumden sie diese und beschuldigen sie des Ehebruches mit einem jungen Mann. Weil beide Verleumder dies unter Eid bezeugen, wird sie zum Tode verurteilt. Ihr sie ebenfalls treu liebender Mann kann eine Einzelbefragung der beiden Zeugen durchsetzen, in der diese sich so deutlich in Widersprüche verfangen, dass sie als Lügner überführt werden können und die „wahre“, treue Liebe siegt. Einen symbolisch passenderen Namen hätte Leonard Cohen sich für seine weibliche „Prototypin“ der seelenstarken und über das pur Körperliche erhabenen Liebe nicht aussuchen können.
Unter dem Link http://www.boelters.de/LC/Suzanne.html findet sich eine deutsche Songübersetzung mit einigen Anmerkungen, die mir besonders zusagt und die sich erfrischend von den äußerst krummen Übersetzungsversuchen der typischen Internetquellen anhebt. Auf der folgenden Seite findet sich meine eigene Übersetzung.
Leonhard Cohen - Suzanne
Suzanne takes you down to her place near the river
You can hear the boats go by
You can spend the night beside her
And you know, she's half crazy
It's why you want to be there
She feeds you tea and oranges
That come all the way from China
And just when you mean to tell her
You have no love to give her
She gets you on her wavelength
And she lets the river answer
You've always been her lover
And you want to travel with her
And you want to travel blind
And know she will trust you
For you've touched her perfect body with your mind
Jesus was a sailor
When He walked upon the water
And He spent a long time watching
From His lonely wooden tower
And when He knew for certain
Only drowning men could see Him
He said, "All men will be sailors then
Until the sea shall free them"
But He, Himself was broken
Long before the sky would open
Forsaken, almost human
He sank beneath your wisdom like a stone
And you want to travel with him
You want to travel blind
And you think maybe you'll trust him,
(And you know he will find you)*
For he's touched your perfect body with his mind
Suzanne takes your hand now
And she leads you to the river
She is wearing rags and feathers
From Salvation Army counters
And the sun pours down like honey
On our,
our lady of the harbor
She shows you where to look
Among the garbage and the flowers
There are heroes in the seaweed
There are children in the morning
They are leaning out for love
And they will lean that way forever
While Suzanne holds the mirror
And you want to travel with her
You want to travel blind
And you know that you can trust her
(And you know she'll find you)
For she's touched your perfect body with her mind
Suzanne Songtext Übersetzung
Suzanne nimmt dich mit hinunter an ihren Lieblingsplatz nahe beim Fluss
Du hörst dort die Schiffe vorbeifahren,
und kannst die ganze Nacht an ihrer Seite sein
Und du weißt, sie ist ein bisschen verrückt
gerade deshalb willst du bleiben
sie hat Tee und Mandarinen für dich
die weither aus China kommen
Und als du ihr endlich sagen willst
dass du keine Liebe in dir hast,
die du ihr geben könntest,
da holt sie dich auf ihre gleiche Wellenlänge
und lässt den Fluss antworten
du seiest schon immer ihr Geliebter
Und du möchtest mit ihr fortziehen
und würdest ihr blindlings folgen
Und du weißt, sie würde dir vertrauen
denn du berührst ihren makellosen Körper
- nur in Gedanken.
Jesus war ein Seemann
als er auf dem Wasser ging
Und lange Zeit hielt er Ausschau
auf seinem einsamen Kreuz-Turm aus Holz
Und als ihm klar wurde
dass nur Ertrinkende ihn erkennen können
sprach er: Alle Menschen werden Seeleute sein
bis einst das Meer sie erlösen wird
Doch er selbst war schon gebrochen
lange bevor sich der Himmel öffnete
verachtet, bar alles Göttlichen
versank er in deiner Weisheit wie ein Stein.
Und du willst mit ihm ziehen
und würdest ihm blindlings folgen
und wahrscheinlich würdest du ihm vertrauen
denn er berührte deinen makellosen Körper
mit seinem Geist.
Jetzt nimmt Suzanne deine Hand
und sie führt dich zum Fluss
sie trägt Lumpenzeug und Federn
aus den Beständen der Heilsarmee
Wie Honig umfließt der Sonne Licht
die Madonna, die über unserem Hafen wacht
Sie lenkt deinen Blick
unter all dem Abfall und den Blumen
auf die Helden im Seegras
auf die Kinder der Morgenröte
sie strecken sich der Liebe entgegen
und verlangen fortwährend nach ihr
während Suzanne den Spiegel hält
Und du willst mit ihr ziehen
willst ihr blindlings folgen
und du weißt, du kannst ihr vertrauen
denn sie inspirierte deinen perfekten Körper mit ihrem Geist
* Textalternative in manchen Fassungen