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Tennis-Nummer 1 Djoković und „Wer der Erste sein will“
picture alliance / empics | John Walton

Tennis-Nummer 1 Djoković und „Wer der Erste sein will“

Martin Vorländer
Ein Beitrag von Martin Vorländer, Evangelischer Pfarrer und Rundfunkbeauftragter für den hr, Frankfurt
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Corona trifft alle. Auch den Sport. Seit Donnerstag sitzt die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste Novak Djoković fest. In einem Quarantäne-Hotel in Australien. Er war zu den Australian Open angereist. Die Regierung hat ihm jedoch am Flughafen von Melbourne das Visum entzogen. Der Grund: Sein Impfstatus ist unklar. Djoković beruft sich auf eine medizinische Ausnahmegenehmigung. Ob das geht, darüber entscheidet am Montag ein Gericht. Im hr1 Zuspruch überlegt Martin Vorländer von der evangelischen Kirche: Was kann man von jemandem auf Platz eins der Weltrangliste erwarten?

Über die Menschen, die ganz oben stehen, hat Jesus einmal gesagt: „Wer unter euch der Erste sein will, soll den anderen dienen.“ (nach Matthäus 20,27) Im Tennis ist Novak Djoković zurzeit der Erste. Er ist die Nummer eins in der Weltrangliste. Wenn er jetzt bei den Australian Open im Januar wieder gewinnt, würde er einen Rekord holen.

Ob die medizinische Ausnahmegenehmigung gültig ist, das klärt nun ein Gericht

Aber dafür muss er erst einmal in Australien bleiben dürfen. Die Behörden haben sein Visum gecancelt. Wie alle anderen, die nach Australien einreisen wollen, muss der Spitzensportler nachweisen, dass er gegen Corona geimpft ist. Das tut Novak Djoković nicht. Er beruft sich auf eine medizinische Ausnahmegenehmigung. Ob die gültig ist, das klärt am Montag ein Gericht.

Australien ist ein demokratischer Rechtsstaat. Für alle gelten die gleichen Rechte – und die gleichen Pflichten. Beides erlebt Djoković gerade. Wie alle anderen bekommt er keine Einreisegenehmigung, solange sein Status nicht klar ist. Wie alle anderen konnte er Einspruch erheben und bekommt eine rechtliche Klärung.

Australien hat strikte Einreiseregeln

Australien hat wegen Corona strikte Einreiseregeln. Die Pandemie hat das Land heftig getroffen. Alle sind schwer herausgefordert, alles zum Schutz für sich selbst und für andere zu tun.

Wer die Nummer eins sein will, trägt besondere Verantwortung

Das gilt umso mehr für die, die eine besondere Stellung haben. So wie Jesus sagt: „Wer unter euch der Erste sein will, soll den anderen dienen.“ Ich verstehe das so: Wer die Nummer eins sein will, trägt besondere Verantwortung. Der bemüht sich um das, was hilft und schützt. Auch an der Spitze steht niemand über den anderen und auch nicht über den Gesetzen.

„Wer unter euch der Erste sein will, soll den anderen dienen.“

Nun sind wir nicht alle Tennisstars und Spitzensportlerinnen. Doch auch viele von uns tragen Verantwortung – als Eltern oder im Beruf. Dann stehen wir ebenfalls vorne und müssen uns fragen: Was ist nun das Beste, nicht nur für mich, sondern auch für andere? Und dann gilt auch: „Wer unter euch der Erste sein will, soll den anderen dienen.“

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