hr4 ÜBRIGENS
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Leitschuh, Marcus C.

Eine Sendung von
Marcus C. Leitschuh,
Katholischer Religionslehrer und Autor, Kassel

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Nahaufnahme von zwei schwer beladenen Reifen eines Fahrzeugs. Die Reifen tragen Schneeketten, die eine robuste Struktur aufweisen. Der Boden ist mit grobem Material bedeckt, was auf eine raue Umgebung hinweist.

Schneeketten im August

Sommerliches Augustwetter. Blüten überall. Wärme. Sonne. Etwas Regen. Haben Sie heute auch an Schneeketten gedacht? Schneeketten im August? Das klingt ungefähr so passend wie ein Schneeanzug bei strahlendem Sonnenschein. Und doch wurde ausgerechnet am 23. August 1904 das Patent auf Schneeketten angemeldet. Der Erfinder wusste: Man bereitet sich besser auf verschneite Wege vor, solange die Sonne scheint. Wer erst handelt, wenn das Auto schon auf glatter Straße feststeckt, ist zu spät dran.

Wenn der Weg rutschig wird: Bodenhaftung schenken

Auch im Leben gibt es Tage, an denen der Boden unter den Füßen rutschig wird. Krankheit. Streit. Oder die Sorge um einen Menschen, den wir lieben. Dann zeigt sich, was uns Halt gibt. Menschen, die für uns da sind. Erfahrungen, die tragen. Und für viele ist es auch der Glaube. Nicht als Garantie, dass der Weg immer leicht wird. Aber als etwas, das Bodenhaftung schenkt.

Psalm 121: Gott lässt „deinen Fuß nicht wanken“

Der biblische Psalm 121 ist eine Zusage an Wallfahrer, Menschen, die unterwegs sind: „Er lässt deinen Fuß nicht wanken.“ Das heißt nicht, dass es keine gefährlichen Straßen mehr gibt. Aber wir müssen sie nicht allein gehen. Es gibt Hilfe und Halt. So wie Schneeketten. Die verhindern ja auch kein Eis und Schnee. Aber sie helfen im Umgang mit diesen Rutschgefahren. 

Was sind die „Schneeketten“ für mein Leben? 

Vielleicht ist heute – mitten im Sommer – genau der richtige Tag, sich zu fragen: Was sind meine Lebens-Schneeketten? Was gibt Halt, wenn der Lebensweg plötzlich glatt wird? Wo kann ich erkennen, dass Gott meine Füße nicht ins Wanken bringt.

 Und: Denken Sie vorausschauend im Sommer an den Wintereinbruch. Denken Sie an leichten Tagen des Lebens auch an mögliche dunklere Zeiten. Wir dürfen sicher sein: Es gibt auch im übertragenen Sinn immer eine Schneekette, die bereit liegt. Es gibt immer Gottes Angebot, uns zu begleiten. Die wichtigsten Schneeketten unseres Lebens bestehen nicht aus Metall, sondern aus Vertrauen.