Wenn Gefahr droht
Mein Vater war ein großer Schach-Enthusiast. Und als ich noch ein Kind war, hat er versucht mir auch etwas von seinem Wissen und Können beizubringen. Leider ist nicht viel davon hängen geblieben. Außer einem Satz vielleicht, der heißt: Die Drohung ist stärker als die Ausführung. Was damit gemeint ist, habe sogar ich in einem Schachspiel gespürt. Die Drohung, meine Dame könnte geschlagen werden, das ist wie die Angst, etwas Schlimmes könnte passieren. Das lähmt. Das raubt Energie. Immer wieder muss ich da hinschauen.
Jesus wollte nur, dass seine Freunde bei ihm bleiben
Christen und Christinnen begehen heute den Abend an dem Jesus an seine Feinde verraten wurde. Den Abend vor seinem Tod. Da gab es die Ölbergstunde. Eine Stunde bevor er gefangen genommen wurde. Eine Stunde, in der er wohl wusste, was vor ihm lag. Eine Zeit mit der Drohung. Er hat sich von seinen Freunden gewünscht, dass sie bei ihm bleiben. Ihn in der Angst nicht allein lassen. Sie sollten sonst gar nichts Besonderes tun. Sie sollten ihn nicht retten. Nicht helfen. Nur für ihn da sein als Freunde. Während er Blut und Wasser geschwitzt hat.
Daran denke ich, wenn jemand Angst vor einer Diagnose hat
Ich denke an diesen Wunsch, wenn mir jemand aus der Familie oder auch Freunde erzählen, dass sie Angst haben: Vor einer Diagnose, vor einer OP oder vor dem Ergebnis einer Vorsorgeuntersuchung.
Jesus kennt diese Angst – und lässt mich nicht allein
Es erinnert mich daran: Es geht ihnen nicht darum, dass ich sage: es ist nicht so schlimm. Oder „Ach es ist doch nur…, oder „Es geht vorbei.“ Es geht darum, da zu sein. Und das auch zu sagen: Ich bin da. Ich bleibe. Ich lass dich nicht allein. Weil ich verstehe, dass die Drohung eines möglicherweise schlimmen Ausgangs real ist und lähmt. Ich bin da. So gut ich kann. Weil ich weiß: Jesus selbst kennt diese Angst und lässt auch mich nicht allein in schweren Stunden der Angst.