Play-based childhood oder phone-based
Der Apfelweg, das war unser Paradies. Da haben wir als Kinder Räuber und Gendarm gespielt, da wurden Baumhäuser gebaut und mit selbstgebasteltem Pfeil und Bogen versucht, Äpfel von den Bäumen zu schießen. „Apfelweg“ – das steht für mich bis heute für Entdeckungen, Freundschaft, für manches Risiko und aufgeschürfte Knie und für ganz viel Freiheit.
Früher: Freiheit - heute: ständiges Scrollen
Freiheit von so vielem, was heute so viel Aufmerksamkeit und Energie bündelt: Endloses Scrollen, Handyspiele, Apps, Kopfhörer und ständiges Posen und Fotografieren.
Die große Umverdrahtung: Spielbasierte versus handybasierte Kindheit
Der amerikanische Psychologe Jonathan Haidt spricht von einer „großen Umverdrahtung“, die zwischen 2010 und 2015 beginnt und die Kindheit grundlegend verändert. Er unterscheidet in seinem Buch Die ängstliche Generation zwischen einer „spielbasierten Kindheit“ und einer „handybasierten Kindheit“.
Haidt beschreibt weniger echte Erlebnisse, mehr Bildschirmzeit
Jonathan Haidt beschreibt Kinder, die weniger draußen spielen, weniger Bewegung haben. Weniger echte Begegnung erleben. Weniger Abenteuer. Dafür mehr Bildschirmzeit. Mehr Ängste.
Dankbar für kreatives Lernen und Austausch
Ich bin dankbar für meine Kindheit. Für spielerisches Lernen, für das ganze kreative Ausprobieren und den Austausch mit meinen Spielkameraden im Apfelweg.
Wir Älteren sollten mehr Verantwortung übernehmen
Und ich glaube, das würde auch den Kindern unserer Zeit guttun – und wir Älteren sollten mit unserer Erfahrung dafür einstehen.In der Bibel heißt es dazu sehr weise: „Gewöhne das Kind an seinen Weg, so lässt es auch nicht davon, wenn es älter wird.“ (Sprüche 22,6)
Den Kindern Räume für Experimentieren, Scheitern und echtes Leben geben
Für mich heißt das: Kindern Raum geben, zu experimentieren, zu scheitern, wieder aufzustehen. Das echte Leben zu spüren. Dafür werbe ich auch in unseren evangelischen Kitas.
Eine starke Kindheit braucht echte Begegnung, nicht nur Technik
Wir stehen heute vor der Aufgabe: Kindheit zurückgeben. Räume schaffen, in denen Spielen wichtiger ist als Scrollen. In denen Neugier wachsen darf. In denen Kinder Kind sein dürfen. Eine solche Kindheit macht stark. Und schenkt das, was kein Smartphone ersetzen kann: echte Verbindung.