Ostern und Zweifeln
Ostern hat es schwer. Auch weil schon die Osterberichte in den Evangelien dieses Fest nicht gut wegkommen lassen: Nach der Kreuzigung Jesu war nicht alles von unerschütterlichem Glauben geprägt.
Zweifel an der Auferstehung - schon in der Bibel
Manche vermuteten, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen. Andere hielten die Auferstehung für eine Umbettung. Selbst der Evangelist Lukas hält fest, dass einige die Augenzeugenberichte für „leeres Geschwätz“ hielten.
Gerade aus diesem Grund ist Ostern ein besonderes Fest – gerade für Menschen, die zweifeln. Zweifel gehören dazu. Denn sie machen den Glauben ehrlich und lebendig.
Ostermontag - Hoffnung gegen Ellenbogenmentalität
Vielleicht ist der heutige Ostermontag genau darum ein guter Tag, die Welt ein Stück aus den Angeln zu heben. Ostern erzählt von der Hoffnung, dass einer die Lasten anderer trägt. Dass Hingabe stärker ist als Eigennutz. Ostern steht gegen die Erfahrung, dass man in unserer Welt die Ellenbogen ausfahren muss, um an sein Ziel zu kommen. So haben es auch die Jünger mit Jesus im Garten Gethsemane erlebt. Als man Jesus gefangen nehmen wollte, hat er einen Jünger davon abgehalten mit dem Schwert auf die Soldaten loszugehen. Es kann anders sein.
Realität trifft Zweifel: Der Konflikt zwischen Macht und Mitgefühl
Natürlich ist die Realität, in der wir leben, anders. Oft genug erzählt die Welt eine andere Geschichte: Vom Recht des Stärkeren und immer wieder von Willkür. Aber gerade hier hat der Zweifel seinen Platz. Er unterscheidet uns von bloßen Weltverbesserungsstrategien. Wer zweifelt sucht weiter.
Ein Feiertag für Hoffnung und Sehnsucht
Heute ist Ostermontag. Das ist ein freier Tag und ein Feiertag für alle, die daran zweifeln, dass rüpelhaftes Auftreten und Ellenbogeneinsatz das letzte Wort haben. Es ist nur eine kleine Hoffnung, nur eine kleine Sehnsucht, aber sie ist da. Frohe Ostern.