hr4 ÜBRIGENS
hr4
Meyer, Andreas

Eine Sendung von
Andreas Meyer,
Katholischer Klinikseelsorger im Ruhestand, Steinhausen

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Mensch, lerne tanzen

„Mensch, lerne tanzen, sonst können die Engel im Himmel mit dir nichts anfangen.“ Diesen Spruch habe ich auf einer Postkarte gefunden. Er wird dem heiligen Augustinus zugeschrieben, einem der großen christlichen Theologen. Rund 400 Jahre nach Christus war er Bischof in Nordafrika. Eine Künstlerin hat auf der Postkarte zwei Figuren dazu gezeichnet, die schwungvoll miteinander tanzen. Ich finde sie unterstreichen den Spruch.

Was hat Augustinus über das Tanzen gesagt?

Tanzen – das ist für viele Menschen eine Freizeitbeschäftigung. Einen Abend, manchmal eine ganze Nacht lang mit Freunden und Fremden der Musik nachgeben. Die Musik bestimmt dann auch die Art des Tanzens. Die reicht von langsam, beinahe besinnlich, bis schnell und wild.

Tanzen als Freizeitbeschäftigung: Welche Formen gibt es?

Tanz hat viele Seiten. Ich sehe in festen Tanzschritten zum Beispiel das alltägliche Leben: zueinander finden und wieder auseinandergehen; führen und geführt werden; das Bedürfnis nach Nähe sowie die Erfahrung von Entfernung.

Was Tanzen mit dem Alltag macht: Lebensfreude und Gemeinschaft

Ich habe beim Tanzen schon erlebt, dass es mich aus meinem Alltag herausführt. Ich lasse los, was mich gerade bedrängt und lasse es einfach stehen. Und dann spüre ich Lebensfreude. Alles in mir jubelt und freut sich. Tanze ich mit anderen, wird die Freude noch größer. Wir drücken sie gemeinsam aus und das verbindet.
Allerdings gelingt das nicht immer und zu jeder Zeit. Das braucht Übung.

Tanzen im Himmel: Wo erreicht die Lebensfreude ihren Höhepunkt?

Und der Himmel? Der soll ja der Ort sein, an dem die Lebensfreude ihren Höhepunkt erreicht, alles übersteigt. Dann ist es wohl auch der Ort, an dem man spätestens so richtig ins Tanzen kommen wird!
Mensch, lerne tanzen, sonst können die Engel im Himmel nichts mit dir anfangen