hr4 ÜBRIGENS
hr4
Fröhlich, Johanna

Eine Sendung von
Johanna Fröhlich,
Evangelische Pfarrerin, Gießen

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Ich würde Gott fragen

„Ich weiß nicht, was ich machen soll!“, sag‘ ich meiner Freundin. Sie hört mir zu, als ich ihr meine Sorgen erzähle. Ich muss ein schwieriges Gespräch führen und weiß nicht, wie ich das anfangen soll. 

Kann man Gott um Rat fragen?

Sie schweigt einen Moment. Vielleicht verkneift sie sich eine zu schnelle Antwort. Dann sagt sie: „Ich würde Gott fragen!“ 

Warum ich vergesse, Gott um Hilfe zu bitten

Ich bin überrascht. Das berührt mich. Ich vergesse immer wieder, dass ich Gott um Hilfe bitten kann – in allen Zweifelslagen meines Lebens. Ob bei einem Streit mit einem Freund oder der Frage, ob ich mich für eine neue Arbeitsstelle bewerben soll. Ich könnte Gott fragen.

Beten und auf Gottes Antwort hören

Wie ich das mache, muss ich selbst als Pfarrerin auch immer wieder üben. Jetzt lehne ich mich zurück, nehme mir einen Moment Zeit. Ich schaue aus dem Fenster in die Wolken. Atme ein und aus. Ich komm zur Ruhe. Und dann frag ich Gott: „Was soll ich machen? Ich muss ein Gespräch führen, für das mir die Worte fehlen. Wie kann ich für meine Sache eintreten, ohne dabei den anderen zu verletzen? Kannst Du mir helfen, Gott?“ 

Dann werde ich still. Lausche. Ich spüre mein aufgeregtes Herz schlagen. Höre in die Stille. Und dann spüre ich Frieden. Und dieser Frieden fühlt sich an wie eine Antwort: Als würde etwas in mir einrasten. Als wüsste ich auf einmal, was zu tun ist. Als würde Gott mir sagen: „Erzähl Deinem Gegenüber genau davon! Sag ihm, dass Du noch nach den richtigen Worten suchst – und dann werden sie ganz bestimmt kommen.“

Dankbar für Gottes Nähe und seinen Rat

„Ich würde Gott fragen!“ Für den Rat meiner Freundin bin ich dankbar. Bin dankbar dafür, dass ich Gott alles fragen kann. Und dafür, dass Gott mir antwortet – zumindest manchmal. Danke, Gott.