hr4 ÜBRIGENS
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Nüchter, Ayleen

Eine Sendung von
Ayleen Nüchter,
Katholische Gemeindereferentin im PV St. Benedikt Hünfelder Land, Hünfeld

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Ein Mann steht neben einem Auto und arbeitet am Motor. Er trägt eine schwarze T-Shirt und eine Brille, während er mit einer Hand an der Maschine hantiert. Im Hintergrund sind Werkstattutensilien sichtbar.

Großer Check: der TÜV-Termin

Diesen Monat ist es bei mir wieder so weit: Mein Auto muss zum TÜV. Und ehrlich gesagt: Ich bin immer ein bisschen gespannt, was dabei herauskommt. Denn im Alltag merkt man oft gar nicht, wenn etwas nicht mehr ganz rund läuft. Das Auto fährt ja noch. Ich komme von A nach B, alles scheint in Ordnung. 

TÜV fürs Auto: Wenn genauer hingeschaut wird

Aber vielleicht sind die Bremsen nicht mehr optimal, ein Licht funktioniert nicht richtig oder irgendwo ist etwas verschlissen, was man von außen gar nicht sieht. Beim TÜV wird genauer hingeschaut. Was funktioniert noch gut? Was muss repariert werden? Und was sollte ich besser nicht länger aufschieben? Und während ich darüber nachdenke, kommt mir ein anderer Gedanke: 

TÜV fürs Leben: Was läuft bei mir noch rund?

Wie würde eigentlich ein TÜV für meinen Glauben aussehen? Auch als Christ kann bei mir etwas aus dem Gleichgewicht geraten, ohne dass ich es sofort merke. Ich funktioniere, erledige meinen Alltag, gehe meinen Weg. Nach außen sieht vielleicht alles ganz gut aus. Aber wie steht es um meine Beziehung zu Gott? Bin ich noch aufmerksam für ihn? Wo habe ich mich entfernt? Wo ist etwas in mir kaputtgegangen? Auch mein Glaube braucht immer wieder einen ehrlichen Blick.

Beichte und Eucharistie: die geistliche Werkstatt

Für mich gehört dazu zum Beispiel die Beichte. Nicht als Prüfung, bei der Gott mit rotem Stift nach Fehlern sucht. Sondern als Ort, an dem ich ehrlich werden darf – vor Gott und vor mir selbst. Ich darf ihm hinlegen, was nicht gut läuft, was schiefgegangen ist. Und ich darf seine Vergebung empfangen. 

Gott repariert nicht: Er richtet auf und er schenkt einen neuen Anfang

Auch die Eucharistiefeier ist für mich so etwas wie ein geistlicher „Werkstatttermin“: Ich komme zu Gott, höre sein Wort, feiere Eucharistie und lasse mich von ihm stärken. Mein Auto braucht den TÜV, damit ich sicher unterwegs bin. Und auch mein Glaube braucht Zeiten, in denen ich innehalte, in denen ich ehrlich hinschaue und mich neu auf Gott ausrichte. Gott will nicht, dass ich einfach nur funktioniere. Er begleitet mich, richtet mich auf und hilft mir, mein Leben immer wieder neu auf ihn auszurichten, damit ich sicher mit seinem individuellen TÜV-Stempel unterwegs bin.