Gedrängel an der Weihnachtskrippe
Bei uns zu Hause steht auch den ganzen Januar über noch unsere Weihnachtskrippe. Maria, Josef, das Jesuskind, Ochs und Esel – so weit, so vertraut. Natürlich sind auch die Hirten dabei und die drei Könige. Doch wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: Diese Krippe ist anders. Mein Sohn Linus hat sie aufgebaut. Und für ihn war klar: An der Krippe ist viel zu wenig los. Also hat er Figuren aus seinem Zimmer geholt und dazugestellt. Feuerwehrmänner und Polizisten stehen nun neben den Hirten. Eine Marktfrau mit Korb, ein Bauarbeiter, ein Kind mit Rucksack und Fahrrad. Es ist richtig eng geworden rund um die Krippe. Ein echtes Gedrängel.
An der Krippe ist Platz für alle
Zuerst musste ich schmunzeln. Dann dachte ich: Das passt alles gar nicht zusammen, die stimmige und vertraute Anordnung hat mein Sohn kurzerhand durchbrochen. Doch je länger ich hinsah, desto klarer wurde mir: Linus hat verstanden, was wir Erwachsenen manchmal vergessen. An der Krippe ist Platz für alle. Nicht nur für die Frommen und die Besonderen. Nicht nur für die Könige und Hirten, sondern für Menschen aus allen Lebensbereichen. Für die, die retten und helfen. Für die, die Ordnung halten. Für Große und Kleine. Für die, die gerade stark sind – und für die, die sich schwach fühlen.
Gottes Liebe lädt alle ein
Weihnachten heißt: Gott kommt uns nahe. In Jesus wird Gott Mensch. Er kommt nicht nur für einige wenige, sondern für alle. Für die, die sich im Gedränge des Alltags eingeengt fühlen. Für die, denen vor Sorgen der Atem stockt. Für die, die sich fragen, ob sie überhaupt dazugehören. Vielleicht braucht es manchmal eine Kinderkrippe mit Gedrängel, um uns daran zu erinnern: Keiner ist zu viel an der Krippe. Niemand steht im Weg. Gottes Liebe drängt nicht weg – sie lädt ein. Auch dich und mich!