hr4 ÜBRIGENS
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Nüchter, Ayleen

Eine Sendung von
Ayleen Nüchter,
Katholische Gemeindereferentin im PV St. Benedikt Hünfelder Land, Hünfeld

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Ein grüner, unreifer Kürbis liegt zwischen grünen Blättern und Stängeln einer Pflanze. Die Oberfläche des Kürbisses ist genoppet und er ist von zahlreichen Blättern umgeben.

Erntedank: Danke, Gott – für diese Gurke!

„Ich bringe eine Gurke, weil ich liiiebe Gurkensalat!“ Das hat ein Kind beim Erntedankgottesdienst im Kindergarten gesagt. Jedes Kind durfte etwas mitbringen und zum Altar legen: einen Apfel, eine Kartoffel, eine Karotte – und eben eine Gurke. 

„Ich bringe eine Gurke!“ – Erntedank im Kindergarten

Auch meine vierjährige Tochter war dabei. Und inzwischen weiß sie bei uns zu Hause schon ziemlich genau, wo die Gurke eigentlich herkommt. Nicht aus dem Supermarkt – sondern von einer Pflanze. Und sie weiß auch: Damit eine Gurke wachsen kann, braucht es Wasser. Wenn es lange nicht regnet und die Pflanzen zu wenig Wasser bekommen, wachsen die Gurken nicht richtig. Ich finde es erstaunlich, wie sehr dieses Wissen den Blick verändert. Denn wenn ich eine Gurke einfach im Supermarkt kaufe, denke ich kaum darüber nach. Sie liegt da, ich nehme sie mit, bezahle – fertig.

Erntedank: Dankbar für Schöpfung und Nahrung

Aber wenn meine Tochter weiß: Da musste eine Pflanze wachsen. Da brauchte es Erde, Sonne und Wasser. Da musste jemand säen und pflegen, – dann wird aus einer einfachen Gurke plötzlich etwas, wofür sie dankbar sein kann. Und genau darum geht es für mich bei Erntedank. Wir feiern nicht nur volle Regale und einen gedeckten Tisch. Wir erinnern uns daran: Das, was uns ernährt und leben lässt, ist nicht selbstverständlich. Und wir Christen sagen: Danke, Gott! Danke für die Schöpfung. Für Sonne und Regen. Für Menschen, die säen und ernten. Für all das, was wächst, obwohl wir es nicht selbst machen können.

Innehalten, staunen und Gott Danke sagen

Vielleicht können wir uns von Kindern darin anstecken lassen: wieder genauer hinzuschauen. Denn hinter einem Apfel, einer Gurke oder einem Stück Brot steckt so viel, was wir selbst nicht in der Hand haben. Erntedank heißt für mich deshalb: innehalten, staunen und Gott sagen: Danke. Danke für das, was wächst. Danke für das, was ich empfangen darf. Und danke für einen Gott, der mich jeden Tag neu versorgt. Vielleicht reicht dafür manchmal schon eine Gurke auf dem Tisch.