hr4 ÜBRIGENS
hr4
Spriestersbach, Bernd

Eine Sendung von

Evangelischer Pfarrer, Fulda

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Eine Frau in einem bunten Kleid steht vor einer Wand mit farbenfrohen Flügeln. Sie breitet die Arme aus und berührt die Flügel, die in verschiedenen Farben leuchten. Ihr Hut und die lebhaften Farben erzeugen eine fröhliche Atmosphäre.

Die guten Mächte Bonhoeffers

Mir macht es Mut. Das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Als Weihnachtsgruß aus dem Gefängnis schickt er es am 19. Dezember 1944 an seine Verlobte. Maria von Wedemeyer. Und an seine Eltern. Aus der Haft soll er nicht mehr freikommen. Auf Befehl Hitlers wird er im April 1945 ermordet.

Ein Gedicht aus der dunkelsten Zeit

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen. Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Als Lied findet sich sein Gedicht im evangelischen wie im katholischen Gesangbuch. 
Ein Lied für ungewisse Zeiten. Ein Vertrauenslied. Ein Mutmach-Lied. Gegen die Sorgen vor dem, was morgen kommen kann.

Sind die ‚guten Mächte‘ nur himmlische Wesen?

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Für mich waren diese guten Mächte irgendwie immer Engel. Gottes unsichtbare Boten. Schutzengel
In einem Vortrag über Bonhoeffer habe ich aber unlängst gelernt, dass die ‚guten Mächte‘ für Bonhoeffer mehr sind als diese Himmelswesen. Auch das schreibt er in einem Brief an Maria.

‚Gute Mächte‘ – ganz menschlich gedacht

Die ‚guten Mächte‘ sind für ihn vor allem Erinnerungen an und Erlebnisse mit nahestehenden Menschen. Recht hat er. Auch für mich sind gute Mächte andere Menschen. Wenn sie für mich beten. Mir ein Bibelwort zusprechen, das mich stärkt. Ein guter Gedanke, den meine Frau mir sagt. Ein hilfreiches Wort eines lieben Freundes. Das offene Ohr und die helfende Hand des Nächsten. Menschen an meiner Seite. 

Wo ich ihnen heute begegne

Familie und Freunde: Alles ‚gute Mächte‘, die mich treu und still umgeben. 
Ich will versuchen, aufmerksamer wahrzunehmen, wie Gott mich mit ‚guten Mächten‘ umgibt. Und dankbar sein. Für diese ‚guten Mächte‘. Die himmlischen und die ganz irdischen.