Die eigene Stimme und die der anderen
„Wenn wir miteinander musizieren, dann ist wichtig: jeder hält seinen eigenen Ton.“ Die Chorleiterin klatscht in die Hände. Ich bin in der Chorprobe. Rechts neben mir: meine Mitsänger im Bass. Links die Sängerinnen im Alt. Und im halben Rund gegenüber sitzen die Sängerinnen und Sänger von Sopran und Tenor.
Gemeinsam singen heißt aufeinander hören
Wir singen: „Clap your hands“ ein Gospel aus den USA. Dann üben wir „Honey, honey“ von Abba. Und am Ende: „Hinterm Horizont geht’s weiter“ von Udo Lindenberg. Das ist richtig schwer. Vor allem die Einsätze. Die Chorleiterin sagt: „Stellt euch eure Stimme im Kopf vor. Bleibt dabei. Aber natürlich müsst ihr auch aufeinander hören. Beides ist wichtig – die eigene Stimme und die der anderen!“
Die eigene Meinung sagen und offen bleiben
Dieser Satz bleibt im Kopf. Nach der Probe sagt einer der Sänger: „Die eigene Stimme halten. Das ist wie sonst im Leben auch. Die eigene Meinung sagen, das finde ich total wichtig.“ Einige nicken. Ein anderer sagt: „Aber, es gibt doch nicht nur meine Meinung, oder? Ich brauch‘ die Diskussion, ich hab‘ doch nicht allein die Wahrheit. Die ganzen Themen, die wir so haben mit Klima und Migration, Renten und so weiter… Nur so lerne ich doch dazu.“
Im Gespräch mit anderen den Horizont erweitern
Die Chorleiterin hat zugehört. Sie sagt: „Ja. Genau das übt ihr in unserem Chor. Singen heißt Hören. Hören, auf die anderen und hören auf euch selbst.“ Sie lächelt und meint noch: „Hat übrigens auch was mit dem weiten Horizont zu tun…“
Hinterm Horizont geht es gemeinsam weiter
Ich muss auch grinsen und denke mir: Gut, wenn wir das üben, das Hören der anderen und das der eigenen Stimme. Nur so geht’s hinterm Horizont auch weiter.