hr4 ÜBRIGENS
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Stephan Lechtenböhmer

Eine Sendung von

Pastoralreferent, Katholische Pfarrei St. Birgid, Wiesbaden

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Cowboy, Einhorn und Prinzessin

Wie habe ich das als Kind geliebt: Verkleiden, so oft es ging, aber natürlich besonders in der Fastnachtszeit und bei der Kindersitzung unseres Turnvereins am Fastnachtsdienstag. Am liebsten als Cowboy, Detektiv oder Robin Hood. Wenn meine Eltern mich gelassen hätten, wäre ich so auch zur Schule gegangen, auch außerhalb der Fastnachtszeit!

Meine Tochter liebte auch das Verkleiden

Meine Tochter hat diese Leidenschaft fürs Verkleiden übernommen, wenn nicht sogar noch gesteigert. Mittlerweile ist auch sie aus dem Alter raus, aber in ihrem Zimmer steht noch immer eine Kiste mit den nötigen Utensilien. Natürlich gingen ihre Lieblingsrollen in eine andere Richtung, da standen eher Prinzessin, Einhorn, Clown und auch Piratin auf dem Programm.

Einfach mal in eine ganz andere Rolle schlüpfen

Warum ist das Verkleiden für viele Kinder so reizvoll? Und warum verkleiden sich an Fastnacht auch viele Erwachsene so gern? Ich vermute, weil es die Möglichkeit gibt, spielerisch in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Mal ausprobieren, wie es wäre, anders zu sein. Etwas oder jemand sein zu können, den es normalerweise nicht gibt, oder etwas, das nur schwer zu erreichen ist. Ein Superheld, der sich für die Armen und Schwachen einsetzt, ein Abenteurer, ein Astronaut.

Denn auch im Leben spiele ich unterschiedliche Rollen

Eigentlich ist das gar keine schlechte Vorbereitung auf das Leben. Denn auch da spiele ich viele unterschiedliche Rollen. Manche freiwillig, andere, weil ich es vielleicht muss. Das gilt im Beruflichen wie im Privaten. Manche dieser Rollen mag ich, andere weniger. 

Und manchmal, wenn ich mich mit meiner Rolle schwer tue, dann wäre ich gerne wieder der kleine, kluge Detektiv aus meiner Kindheit.